Schweizerisch–tschechische Partnerschaft für die Rechte des Kindes

Artikel, 19.04.2016

Das Glück, in einer intakten Familie aufzuwachsen, kennen leider nicht alle Kinder. Auch in der Tschechischen Republik leben manche Kinder und Jugendliche in Heimen oder anderen Institutionen. Als Ziel für die Zukunft wird die Unterbringung der Kinder in Pflegefamilien formuliert. Die schweizerisch-tschechische Partnerschaft fördert das Bewusstsein für die Rechte des Kindes in Tschechien.

An der tschechischen Grundschule Merhautova in Brünn stehen die Rechte des Kindes im Vordergrund. © DEZA

 

Das Internationale Institut der Rechte des Kindes (Institut international des Droits de l‘Enfant, IDE) und die gemeinnützige tschechische Organisation Česko-britská setzen sich im Rahmen des Partnerschaftsfonds unter anderem dafür ein, dass die Rechte des Kindes in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im Sozial- und Bildungsbereich einen festen Bestandteil einnehmen. 

Publikationen zum Thema Kinderrechte  im Anschluss an Projekte 

Insgesamt in drei aufeinanderfolgenden Projekten, welche in den letzten fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen werden konnten, sind drei wichtige Publikationen zum Thema Kinderrechte entstanden. 2012 stützte sich der Oberste Gerichtshof der Tschechischen Republik bei einer Entscheidung in einem Gerichtsfall,bei dem  ein Kind involviert war, auf die Publikation «Studie über die Rechte des Kindes», eine der drei erwähnten Publikationen. Das Urteil und die Begründung wurden anschliessend landesweit allen Gerichten zur Anwendung bei ähnlichen Fällen zugestellt. 

Zwei Jahre später publizierten die beiden Organisationen die Studie «Wege zur Achtung und Erfüllung der Rechte des Kindes», und im Jahre 2014 erschien die Publikation «Partizipation und neue Methoden in der Arbeit mit gefährdeten Kindern und ihren Familien». Sie wurden im Juni 2015 vom Tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als Grundlage einer öffentlichen Ausschreibung für das neue EU-Operationsprogramm «Forschung, Entwicklung und Bildung» verwendet. Ein Schwerpunkt des Programms ist die soziale Integration des Kindes, insbesondere in der Vorschulerziehung, die Prävention von Schulversagen und die Weiterbildung von Lehrkräften. 

Positive Jahresbilanz 

Nebst dem Fortschritt hinsichtlich der Rechte des Kindes in Tschechien, konnten im Jahr 2015 auch in allen anderen Partnerländern des Erweiterungsbeitrags interessante Resultate erzielt werden. So haben z.B. über 500 Doktorierende und Post-Doktorierende dank einem Stipendium in der Schweiz geforscht. Bulgarien hat die spitalexterne Pflege nach Schweizer Spitex-Modell gesetzlich verankert und Slowenien hat die Heiz- und Stromrechnungen von Schulen mit energieeffizienten Renovationen und erneuerbaren Energien halbiert. Weitere erfreuliche und konkrete Resultate finden Sie im Jahresbericht zum Schweizer Erweiterungsbeitrag 2015.

Jahresbericht 2015

Projektbeschrieb