Arbeitsplätze sichern dank Schweizer Unterstützung in Rumänien

Artikel, 06.01.2016

In der Stadt Reghin im Nordwesten von Rumänien betreibt Familie Moldovan einen Kleinbetrieb und stellt Musikinstrumente her. Dank einem von der Schweiz finanzierten Mikrokredit konnte sie sich zwei neue Maschinen für die Holzverarbeitung und ein Fahrzeug kaufen und so die Arbeit effizienter gestalten, ihr Einkommen erhöhen und Arbeitsplätze sichern.

Ein Mann baut ein Cello
In der Werkstatt in Reghin werden die Instrumente hergestellt. © DEZA

Herr Moldovan baut in seiner Werkstatt in der rumänischen Stadt Reghin Violinen, Cellos und Kontrabässe. Das Handwerk hat er von seinem Schwiegervater erlernt. Zusammen mit seiner Frau führt er den Kleinbetrieb und beschäftigt zwei Angestellte. Die Familie hat immer viele Anfragen erhalten, aber es war nicht möglich, alle zu erledigen. Das Geld fehlte, um in Maschinen und ein Auto zu investieren und so die Arbeit effizienter zu gestalten. Eine weitere Herausforderung ist, dass das Holz für die Instrumente ein Jahr lang gelagert werden muss, bevor es verarbeitet werden kann. Dies bedeutet hohe Lagerungskosten bevor das Produkt verkauft werden kann und die Familie etwas verdient. 

Erleichterter Zugang zu Krediten

In Rumänien ist es als Kleinbetrieb schwierig, von der Bank einen Kredit zu bekommen. Hinzu kommt, dass die Familie zur Minderheit der Roma-Bevölkerung gehört und somit oft Diskriminierung ausgesetzt ist. Die Schweiz unterstützt daher ein Mikrokreditprogramm im Nordwesten von Rumänien, welches Roma und anderen benachteiligten Gruppen zugutekommt. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit HEKS und der rumänischen Organisation FAER umgesetzt. 

Bekannt für Musikinstrumentenbau

Familie Moldovan hat dank dem von der Schweiz unterstützten Projekt einen Kredit von 7000 Euro erhalten. Das Geld muss innerhalb von fünf Jahren zurückgezahlt werden. Nach dem Kauf von zwei Maschinen für die Holzverarbeitung und einem neuen Fahrzeug kann die Familie nun effizienter arbeiten und mehr Aufträge annehmen. Die Folgen sind ein höheres Einkommen und gesicherte Arbeitsplätze der beiden Angestellten. Das Familienunternehmen betreibt eine Website und eine Facebook-Seite, über welche der Betrieb viele Aufträge aus dem Ausland einholt. Familie Moldovan liefert die Instrumente persönlich, damit beim Transport kein Schaden entsteht. Die Stadt Reghin hat sowohl in Rumänien wie auch im Ausland einen guten Ruf als Zentrum für Musikinstrumentenbau. 

Thematischer Fonds zugunsten von Roma

Das Projekt ist Teil des Thematischen Fonds «Roma und andere benachteiligte Gruppen». Damit finanziert die Schweiz verschiedene Projekte in Rumänien im Umfang von 14 Millionen CHF. Sie werden jeweils von Schweizer Partnern und von rumänischen Organisationen durchgeführt.