Bilaterale Beziehungen Schweiz–Tansania

Die Schweiz und Tansania unterhalten gute Beziehungen, die auf einem langjährigen, für beide Seiten fruchtbaren Austausch beruhen. Die wichtigsten Pfeiler dieser Beziehungen sind die rund 30 Schweizer Unternehmen, die in Tansania vertreten sind, die etwa 400 Mitglieder der Schweizer Gemeinschaft und das bedeutende Kooperationsprogramm der Schweizer Regierung.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die politischen Beziehungen verlaufen grundsätzlich ohne Probleme, sind jedoch nicht sehr intensiv. Die Botschaft unterhält ein Sonderprogramm zur Unterstützung des Kulturaustauschs und zur Förderung der kulturellen Identität in Tansania.

Tansania gehört zur Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die bilateralen Beziehungen mit der Schweiz erfolgen in erster Linie im Zusammenhang mit dem beträchtlichen Beitrag von rund 30 Millionen US-Dollar, den die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO jedes Jahr zur Unterstützung der tansanischen Strategie zur Armutsbekämpfung bereitstellen.

Bilaterale Abkommen

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Der Handel zwischen den beiden Ländern ist gering, was die physisch gehandelten traditionellen Rohstoffe anbelangt. Die tansanische Wirtschaft nimmt heute in den Bereichen Tourismus und Gastgewerbe, internationale Spedition und Rohstoffhandel in erheblichem Masse Schweizer Know-how in Anspruch. Seit über vierzig Jahren besteht eine direkte Flugverbindung zwischen Zürich und Dar es Salaam, die die bilateralen Kontakte erleichtert, vor allem für Handel und Investitionen sowie für den Tourismus.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

SECO Länderinformationen

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Forschende und Kulturschaffende aus Tansania können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Bundesstipendien

Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe

Das laufende Fünfjahresprogramm der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Tansania ist auf die drei folgenden thematischen Schwerpunkte ausgerichtet: 

  • Gesundheit – Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung, öffentliche Dienstleistungen 
  • Landwirtschaft – Marktzugang für Bauern, Privatsektor 
  • Gouvernanz – gute Regierungsführung und sozial verantwortliche Unternehmensführung, Medien. Lokale Partner in Tansania sind die Regierung – auf nationaler, regionaler und Bezirksebene – sowie Nichtregierungsorganisationen, religiöse Organisationen, die Privatwirtschaft und wissenschaftliche Kreise. Das Schweizer Kooperationsbüro in Dar es Salaam ist der Schweizer Botschaft angeschlossen. Tansania ist ein Schwerpunktland des Schweizer Stipendienprogramms.

Schweizerische Nichtregierungsorganisationen, Forscher und Fachleute leisten seit den 1950er-Jahren technische und finanzielle Unterstützung in Tansania, das 1981 zu einem Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit wurde.

Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe

Schweizerinnen und Schweizer in Tansania

In Tansania leben 322 Schweizerinnen und Schweizer (Ende 2015).

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Seit den 1920er-Jahren waren Schweizer Missionare (Baldegger Schwestern, Kapuzinermönche), Landwirte und Handelsleute im Gebiet des heutigen Tansania tätig. 1927 eröffnete die Schweiz ein Konsulat in der Küstenstadt Tanga, wo der grösste Teil der Schweizer Investitionen in die Sisalindustrie getätigt wurde. Das Konsulat wurde 1961 nach Dar es Salaam verlegt, ein Jahr später zum Generalkonsulat und 1966 zur Botschaft aufgewertet.

1961 anerkannte die Schweiz die Unabhängigkeit Tanganjikas, 1963 jene Sansibars. Nach der Vereinigung der beiden Länder zur Republik Tansania im Jahr 1964 erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

Die Schweiz und Tansania haben eine Reihe von Verträgen zur Intensivierung der bilateralen Beziehungen unterzeichnet, vor allem in den Bereichen technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit (1966), Zivilluftfahrt (2004) und Investitionsschutz (2004).

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz