Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten EDA

DEZA-Expertennetz für nachhaltige Entwicklung

Die Agenda 2030 fordert die Regierungen, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft auf, sich am Dialog über nachhaltige Entwicklung zu beteiligen. Die diesjährige Ausgabe von Rendez-vous Bundesplatz stellt das Thema in den Fokus und verwandelt mir einer Lichtshow das Bundeshaus in einen Planeten der Hoffnung. Derweil stehen die Expertinnen und Experten der DEZA weltweit mit ihrem Fachwissen und ihren Ressourcen für Projekte im Einsatz.

 Auf dem Boden des Bundesplatzes sind die 17 Symbole der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 aufgeklebt.

Zu Ehren des Rendez-vous Bundesplatz wird der Bundesplatz mit den 17 Symbolen der nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 geschmückt. © EDA

Das Rendez-vous Bundesplatz zum zehnten Mal zu einem Lichtspektakel nach Bern ein. Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit, das auch im Zentrum der Aussenpolitischen Strategie 2020–2023 des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) steht. Die Schweiz strebt eine nachhaltige Entwicklung an, welche die drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermassen berücksichtigt. Der Schutz der Umwelt, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung sind die Schlüsselelemente zur Erreichung der 17 Ziele der Agenda 2030. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich.

«Rendez-vous Bundesplatz» im Zeichen der Nachhaltigkeit

Hier kommt auch die internationale Zusammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ins Spiel. Wo steht die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit, und welche Rolle spielen die Expertinnen und Experten der DEZA in den verschiedenen Regionen der Welt? 

Globalprogramme und langfristige Projekte: Fachleute vor Ort

 In einem Raum nehmen einige Personen an einer Präsentation teil.
Die Bevölkerung von Bijeljina hat die Initiative Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung lanciert. © EDA

Die DEZA engagiert sich mit fünf Globalprogrammen in den Bereichen Klimawandel, Ernährungssicherheit, Migration, Wasser und Gesundheit. In den einzelnen Ländern führen die Expertinnen und Experten der DEZA zahlreiche Projekte durch und zwar nicht nur in Notsituationen, sondern auch im Rahmen von langfristigen Projekten in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden.

Ein Beispiel aus der Zusammenarbeit in Osteuropa: «In Bosnien und Herzegowina unterstützt die Schweiz auf unterschiedliche Weise die sogenannte Lokalisierung der Sustainable Development Goals (SDG). Die meisten unserer Projekte, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Demokratisierung und Verbesserung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen für alle, sind ein Beitrag in diese Richtung», erklärt Barbara Dätwyler Scheuer, Stv. Missionschefin in Sarajewo. Dazu gehört auch die Unterstützung einer von der lokalen Bevölkerung getragenen Initiative: «Ich nenne gerne das Beispiel der Stadt Bijeljina, wo die Partnership for sustainable development anhand der Ziele für nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit dem Bankensektor innovative Lösungen für saubere Energie erarbeitet hat. Diese Partnerschaft trägt konkret zur Bekämpfung des Klimawandels auf lokaler Ebene bei und macht gleichzeitig nachhaltige Energiequellen für alle zugänglich», sagt die stellvertretende Missionschefin weiter.

Vom Klima zur Bildung, mit dem vierten Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030. Für die Schweiz ist dies ein starker Hebel, um Menschen zu erreichen. So haben beispielsweise die in Afghanistan durchgeführten Bildungsprojekte 19’800 Schülerinnen und Schülern, die die öffentlichen Schulen wegen der Konflikte und der damit einhergehenden Gewalt verlassen mussten, die Rückkehr in ihre Klassen ermöglicht. Durch das Bereitstellen von Schulmaterialien und dem Schaffen von Förderklassen und sicheren Lernumgebungen sind die Lehrekräfte in der Lage, Kinder angesichts von Traumata zu unterstützen und sie beim Lernen zu begleiten. Als Reaktion auf den Anstieg der Einschulungszahlen setzt sich ein von der DEZA unterstütztes Projekt für die Verbesserung der Bildungsqualität ein. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen afghanischen Behörde bietet das Projekt Lehrern und Lehramtsstudenten in 18 der 34 Provinzen Afghanistans eine berufsbegleitende Ausbildung an, damit Kinder und Jugendliche von einer besseren Primar- und Sekundarschulbildung profitieren können.

 Einige Leute stehen am Ufer eines Flusses
Die Schweiz unterstützt an der Grenze zwischen Senegal und Mauretanien den Prozess für ein gemeinsames nachhaltiges Wassermanagement. © EDA

SDG 6 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen – führt uns in den Nahen Osten. Im Rahmen des Projekts Blue Peace fördert das Globalprogramm Wasser der DEZA eine gemeinschaftliche und nachhaltige Bewirtschaftung grenzüberschreitender Wasserressourcen zwischen Ländern wie Jordanien und dem Libanon oder der Türkei und dem Irak. Eine besondere Herausforderung ist der zunehmende Druck auf die Trinkwasserressourcen aufgrund von Faktoren wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, Pro-Kopf-Verbrauch und Klimawandel, die den Wassermangel in der Region zusätzlich verschärfen. Ein konkreter Beitrag zur Friedenssicherung und Sicherheit: «Diese Initiative zeigt, wie wichtig innovative Ansätze bei der Wasserbewirtschaftung sind. Trotz der Instabilität in der Region trägt sie zudem zur Aufrechterhaltung von Dialog und Austausch bei», ergänzt Mufleh Al Alaween, Regionalkoordinator von Blue Peace Middle East in Amman.

Öffentlich-private Partnerschaft

 Ein Forscher in einem Labor führt eine mikroskopische Analyse durch.
Das dritte Ziel der Agenda 2030 ist das Beenden der Epidemien von AIDS, Tuberkulose, Malaria und vernachlässigten tropischen Krankheiten. © Xavier Ding, MMV

Auch in armen und aufstrebenden Ländern haben Unternehmen und private Organisationen einen entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung. In Entwicklungsländern werden neunzig Prozent der Arbeitsplätze vom Privatsektor geschaffen. Dank Partnerschaften mit dem Privatsektor bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten ist die DEZA in der Lage, ihre eigenen Ziele im Rahmen der Agenda 2030 effizienter zu erreichen – in erster Linie in Bezug auf die Armutsbekämpfung. Möglichkeiten zur öffentlich-privaten Zusammenarbeit gibt es viele: gemeinsame Projekte zur Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Geschäftsmodelle oder innovativer Finanzierungslösungen, die armen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen zugutekommen.

Beim 3. Ziel der Agenda 2030 (Gesundheit) engagiert sich beispielsweise Medicines for Malaria Venture (MMV), eine vom Globalprogramm Gesundheit der DEZA mitgegründete Organisation mit Sitz in Genf. Sie koordiniert die Erforschung, Entwicklung und Herstellung neuer Malariamedikamente. MMV entstand aus einer öffentlich-privaten Partnerschaft, an der sich mehrere Länder beteiligten, und arbeitet mit Partnern aus der Pharmabranche, der Wissenschaft und den betroffenen Ländern zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine Senkung der Kosten und verschafft vulnerablen Menschen wie Kindern und Schwangeren einen gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten von hoher Qualität. Die Expertinnen und Experten der DEZA fördern den Dialog zwischen den beteiligten Partnern und sorgen dafür, dass die entwickelten Innovationen nachhaltig sind.

 Einige Frauen sitzen in einem Raum. Eine ergreift das Wort.
Geschlechtergleichheit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen zu erreichen, ist das fünfte Ziel der Agenda 2030. © Microfund for Women, Jordan

Ein weiteres Schlüsselthema bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung ist die Gleichstellung der Geschlechter. Die von der DEZA lancierte Plattform Swiss Capacity Building Facility (SCBF) vereint rund 25 Partner, insbesondere Schweizer Finanzinstitute und Investoren. 2018 startete die SCBF in Zusammenarbeit mit dem jordanischen Microfund for Women (MfW) ein innovatives Projekt zur Gewährung massgeschneiderter Darlehen an syrische Flüchtlingsfrauen. Rund 4000 Frauen erhielten im Rahmen des Projekts ein Darlehen, das es ihnen beispielsweise ermöglichte, eine Erwerbstätigkeit als Schneiderin aufzunehmen und so wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.

Rendez-vous Bundesplatz

Für die zehnte Auflage des Lichtspektakels «Rendez-vous Bundesplatz» wurde der Bundesplatz mit den farbenprächtigen Symbolen der 17 Nachhaltigkeitszielen der UNO geschmückt. Die Show «Planet Hope», die vom 16. Oktober bis zum 21. November 2020 stattfinden sollte, wird aufgrund der neuen Covid-19-Schutzmassnahmen des Kantons Bern ausgesetzt. Es wird nun mit der Stadt Bern geprüft, ob das Spektakel zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann.

Weiterführende Informationen

 

Das Thema der zehnten Ausgabe von Rendez-vous Bundesplatz ist Planet Hope: eine Projektion des Themas nachhaltige Entwicklung und die Bedeutung des Schutzes des Planeten. © RvB2020

Zum Anfang