Treffen zwischen Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und dem italienischen Ministerpräsidenten und Regierungschef Silvio Berlusconi

Bern, Medienmitteilung, 03.06.2011

Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hat am Mittwoch in Rom den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi getroffen. Im Zentrum der Gespräche standen bilaterale Themen, insbesondere Steuerfragen, sowie die internationale Aktualität.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien sind vielseitig und eng. Micheline Calmy-Rey unterstrich im Gespräch mit Silvio Berlusconi namentlich die Bedeutung der wirtschaftlichen und demografischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien. So erreichte das Handelsvolumen der beiden Länder 2010 rund 34 Milliarden Franken. Rund 500'000 italienische Staatsangehörige leben zurzeit in der Schweiz. Es ist dies die grösste Ausländergruppe in unserem Land. In Italien leben umgekehrt 50'000 Schweizerinnen und Schweizer.  

Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey äusserte aber gleichzeitig ihr Unverständnis darüber, dass trotz dieser intensiven und guten Beziehungen der Steuerstreit ein immer grösseres Ausmass annimmt. Sie betonte, wie wichtig es sei, möglichst rasch einen konstruktiven Dialog aufzunehmen, um eine Lösung zu finden: «Es ist nicht akzeptabel, dass die Schweiz in Italien auf schwarzen Listen steht. Das schadet den wirtschaftlichen Beziehungen und der Investitionstätigkeit in beiden Ländern.»  

Nach dem Treffen bilanzierte Bundespräsidentin Calmy-Rey, dass ein gemeinsamer politischer Wille vorhanden sei, konstruktive Diskussionen zur Lösung der Steuerprobleme aufzunehmen. Diese sollen rasch angegangen werden und auf direktem bilateralem Weg erfolgen. 

Nebst den Steuerfragen befassten sich die Bundespräsidentin und der italienische Regierungschef auch mit Energiefragen sowie der Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung in Mailand 2015. Sie streiften zudem Themen der internationalen Aktualität. Namentlich sprachen sie über die Situation in der arabisch-muslimischen Welt, namentlich über die Situation in Libyen, sowie über die Folgen der jüngsten Ereignisse in dieser Weltregion für die Migration.  

Im Anschluss an dieses Treffen nahm die Bundespräsidentin in Rom an einer internationalen Konferenz zum Thema «Die inter-ethnische Stadt» teil. Organisiert wurde diese von der Allianz der Zivilisationen, einer UNO-Initiative.   

Auf Einladung des Präsidenten der Republik, Giorgio Napolitano, wird Micheline Calmy-Rey am Donnerstag, den 2. Juni, in Rom an den offiziellen Feierlichkeiten zum 150-Jahre Jubiläum der italienischen Einheit teilnehmen. Erwartet werden rund neunzig Persönlichkeiten, darunter Staats- und Regierungschefs.


Weiterführende Informationen

Bilaterale Beziehungen Schweiz - Italien


Adresse für Rückfragen:

Information EDA
Bundeshaus West
CH-3003 Bern
Tel.: +41 (0)31 322 31 53
Fax: +41 (0)31 324 90 47
E-Mail: info@eda.admin.ch


Herausgeber:

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten