Humanitäre Hilfe begeht Jahrestagung vor schwierigem Hintergrund

Bern, Medienmitteilung, 25.03.2011

Vor dem Hintergrund der Katastrophen in Japan und dem Konflikt in Libyen fand die Jahrestagung der Humanitären Hilfe des Bundes statt. Nicht nur wegen der angespannten Lage war es eine besondere Veranstaltung, sondern auch, weil Jubiläen zu begehen waren. Zudem war dies die letzte Jahrestagung unter Leitung des scheidenden Delegierten für Humanitäre Hilfe, Toni Frisch.

2011 ist ein Jahr der Jubiläen: 50 Jahre Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), 40 Jahre Schweizerisches Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) und 30 Jahre Rettungskette. Das laufende Jahr verspricht jedoch, äusserst schwierig zu werden. Während der Jahrestagung der Humanitären Hilfe vom 25. März waren gleichzeitig drei Krisenzellen aktiv, je eine für Japan, Nordafrika und die Elfenbeinküste. Die Anspannung aller Kräfte sowie die Tatsache, dass es die letzte Jahrestagung war, die von Toni Frisch, dem langjährigen Delegierten für Humanitäre Hilfe geleitet wurde, gaben der Veranstaltung einen besonderen Charakter.  

Die Anpassung an immer neue Situationen ist indes eine Notwendigkeit und eine Eigenart der Humanitären Hilfe. Extreme Wetterereignisse nehmen zu und fordern immer mehr Opfer. Konflikte und politische Spannungen haben unterschiedliche Ausprägungen und erfordern jeweils besondere Massnahmen. In ihrer Eröffnungsansprache verwies Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey auf die historischen Veränderungen in Nordafrika und dem Nahen Osten sowie auf die Verkettung von Natur- und Nuklearkatastrophen in Japan. „Wenn ein hoch industrialisiertes und so gut vorbereitetes Land wie Japan an seine Grenzen stösst, lässt sich die Wichtigkeit, in grösseren Szenarien zu denken, nicht länger verdrängen.“, sagte sie. Neben der unmittelbaren Rettung von Leben in der Katastrophensituation käme auch der Katastrophenvorsorge grosse Bedeutung zu. 

Auch DEZA-Direktor Martin Dahinden stellte die Veränderungen und Anpassungen im Lauf der Jahrzehnte – sowohl für die DEZA als auch für die Humanitäre Hilfe - in den Mittelpunkt seiner Ansprache: „Naturkatastrophen, Gewaltkonflikte, politische Unruhen oder wirtschaftliche Krisen führen zu Rückschlägen und erfordern Richtungswechsel.“ Im Wandel gebe es aber auch Konstanten: Das Engagement der Schweizer Helfer, die Bereitschaft, rasch, gezielt und koordiniert zu reagieren, die grosse Felderfahrung und die Flexibilität. 

Sowohl Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey als auch DEZA-Direktor Martin Dahinden würdigten die Leistungen von Toni Frisch, der nach zehn Jahren an der Spitze der Humanitären Hilfe des Bundes Ende April zurücktritt, und der deshalb zum letzten Mal die Jahrestagung leitete. Frisch hat den Grossteil seiner beruflichen Laufbahn im Dienst der Opfer von Kriegen und Katastrophen verbracht. Als deren Chef hat er die Humanitäre Hilfe des Bundes modernisiert und professionalisiert. „Er hat die Humanitäre Hilfe verstärkt in der Schweizer Aussenpolitik und auf der internationalen Bühne verankert“, betonte Bundespräsidentin Calmy-Rey.  

Gast der Jahrestagung war Valerie Amos, UNO-Nothilfekoordinatorin und Leiterin der OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) in Genf. Sie hob die Leistungen der Schweiz bei der internationalen humanitären Arbeit und die herausragende Rolle Genfs in der humanitären Welt hervor. Vor der Veranstaltung kam es zu einem offiziellen Gespräch zwischen Bundespräsidentin Calmy-Rey und Valerie Amos.  

In Filmbeiträgen wurden das Koordinationsbüro für Humanitäre Hilfe, der Wiederaufbau von Schulen und einem Spital in Haiti sowie Projekte in Pakistan, wie das Cash-Programm und die Verteilung von Trinkwasser und Zelten vorgestellt. Die Jahrestagung wurde im Kursaal Bern von gut 1000 interessierten Personen besucht. Das sind rund 200 mehr als im vergangenen Jahr.  


Weiterführende Informationen

Deza Seite Humanitäre Hilfe


Adresse für Rückfragen:

Information EDA
Bundeshaus West
CH-3003 Bern
Tel.: +41 (0)31 322 31 53
Fax: +41 (0)31 324 90 47
E-Mail: info@eda.admin.ch


Herausgeber:

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten