Schweiz schickt Expertenteam nach Brasilien

Bern, Medienmitteilung, 15.01.2011

Als Folge der Naturkatastrophe der letzten Tage schickt die Schweiz drei Experten der Humanitären Hilfe nach Brasilien. Das Team trifft morgen Sonntagabend in Rio de Janeiro ein und begibt sich am Montagmorgen unter anderem nach Nova Friburgo, das 1819 von Schweizern gegründet wurde. Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey spricht den Angehörigen der Opfer im Namen der Schweiz ihr Beileid aus.

Die Humanitäre Hilfe des Bundes hat heute Samstag entschieden, das Generalkonsulat der Schweiz in Rio de Janeiro mit drei Experten des Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) zu verstärken. Das Team wird morgen Sonntagabend in Brasilien eintreffen und sich am Montagmorgen unter anderem nach Nova Friburgo begeben.

Dies wurde in Anbetracht dessen entschieden, dass die Schweiz seit jeher enge Kontakte zu dieser Stadt pflegt, die im Jahr 1819 von Auswanderern aus der Schweiz gegründet wurde. Vor Ort wird das Team eine Lagebeurteilung vornehmen und die dringendsten Bedürfnisse abklären. Mittelfristig wird geprüft, ob sich die Schweiz im Bereich Katastrophenprävention engagieren könnte.

Mit mehr als 500 Toten bei den Überschwemmungen in Brasilien erlebt Brasilien zurzeit die größte Naturkatastrophe seiner Geschichte. Besonders schwer betroffen ist das bergige Gebiet nördlich von Rio de Janeiro. Ganze Viertel in Nova Friburgo, Teresópolis, Petrópolis und Sumidouro wurden durch Flüsse aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt. Viele abgelegene Gebiete konnten erst allmählich von den Rettungskräften erreicht werden. Nach wie vor werden zahlreiche Menschen vermisst. Die Bergungsarbeiten wurden durch anhaltende Regenfälle erschwert.

Dem Schweizerischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro sind bis heute keine Opfer schweizerischer Nationalität bekannt. In der betroffenen Region sind insgesamt 206 Schweizerbürger (mehrheitlich Doppelbürger) registriert. Die Kontaktaufnahme mit der Schweizer Gemeinschaft gestaltet sich sehr schwierig, da die Kommunikationslinien ins Katastrophengebiet unterbrochen sind.

Angesichts der Überschwemmungen und Erdrutsche der letzten Tage in Brasilien spricht Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey den Angehörigen der Opfer und den brasilianischen Behörden im Namen der Schweiz ihr tiefstes Beileid und ihr herzliches Mitgefühl aus.


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