Frühjahrstagung 2010 von IWF und Weltbank

Bern, Medienmitteilung, 22.04.2010

Bundesrat Hans-Rudolf Merz als Schweizer Delegationsleiter, Bundespräsidentin Doris Leuthard und Philipp Hildebrand, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, nehmen am 24. und 25. April 2010 an der gemeinsamen Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe in Washington teil. Wichtigste Gesprächsthemen im Internationalen Währungs- und Finanzausschuss werden die Ausstiegsstrategien aus den ausserordentlichen Unterstützungsmassnahmen sowie die Verstärkung des Mandats und der Gouvernanzstruktur des IWF sein. Schwerpunkt der Diskussionen im Entwicklungsausschuss sind die Strategie der Weltbank, die laufende Reform der Weltbankgouvernanz und die Fortschritte zur Erfüllung der Millennium-Entwicklungsziele.

Die Finanzminister und Zentralbankgouverneure werden sich im Internationalen Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) mit dem weltwirtschaftlichen Ausblick befassen. Nach der globalen Wirtschaftskrise von 2009 erwartet der IWF für 2010 wieder ein positives Wachstum der Weltwirtschaft. Dieser Aufschwung ist kräftiger als zuvor erwartet, fällt aber je nach Land unterschiedlich aus. In den Industrieländern wird das Wachstum im laufenden Jahr moderat sein. Vor allem bleibt es von ausserordentlichen monetären und fiskalen Unterstützungsmassnahmen abhängig. Die Risiken insbesondere für die öffentlichen Finanzen sind gross. Viele Länder müssen zwingend glaubwürdige Ausstiegsstrategien entwickeln.

In diesem Kontext soll das Mandat des IWF durch eine verstärkt länderübergreifende Überwachung sowie die bessere Abdeckung des Finanzsektors weiter verstärkt werden. Im IMFC werden Massnahmen, die der Stärkung der IWF-Gouvernanzstruktur dienen, diskutiert. Hierzu gehören eine Quotenüberprüfung, eine bessere strategische Einbindung des IMFC und der Selektionsprozess der IWF-Geschäftsleitung.

Der Entwicklungsausschuss wird sich mit der neuen langfristigen Strategie der Weltbank und deren Finanzkapazität befassen. Die Weltbank will sich auf fünf Prioritäten konzentrieren, so dass sie auf die neuen globalen Herausforderungen besser reagieren kann. Schwerpunkte bilden Armutsreduktion, Massnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums in den Entwicklungsländern, Massnahmen im Bereich globaler Probleme, Gouvernanz/Anti-Korruption sowie Risikomanagement und Krisenbereitschaft.

Der Entwicklungsausschuss soll die zweite Phase der laufenden Reform der Weltbankgouvernanz verabschieden. Sie führt zu einer Erhöhung der Stimmrechte der Entwicklungsländer um gut 3 Prozent und trägt so zu einer Stärkung der Legitimität der Weltbank bei.

Für die Umsetzung ihrer Strategie und die Fortführung der Massnahmen, welche der Linderung der Auswirkungen der Wirtschaftskrise dienen, sieht die Institution vor, ihr Grundkapital substantiell zu erhöhen.


Adresse für Rückfragen:

IWF:
Paul Inderbinen, Sektionsleiter Internationale Finanzinstitutionen, Staatssekretariat für internationale Finanzfragen, Tel. 031 322 61 66

Weltbank:
Raymund Furrer, Leiter des Ressorts Multilaterale Zusammenarbeit, Staatssekretariat für Wirtschaft, Tel. 031 324 08 19
Olivier Chave, Leiter Abteilung Globale Institutionen, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Tel. 031 322 86 09


Herausgeber:

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