Tagung zu Kinderbettelei und Kinderhandel

Bern, Medienmitteilung, 31.03.2010

Schweizer Städte, vor allem Bern, Zürich, Genf und Basel, sehen sich mit einer Zunahme von organisierter Strassenbettelei konfrontiert. Unter den vorwiegend aus Rumänien stammenden Bettelgruppen befinden sich auch viele Kinder. Es besteht der begründete Verdacht, dass zwischen Bettelei und Kinderhandel ein Zusammenhang besteht. Mit dem Ziel, Lösungsstrategien zu entwickeln, luden die Politische Abteilung IV Menschliche Sicherheit des EDA, die internationale Organisation für Migration IOM und die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel Fachleute aus dem In- und Ausland nach Bern ein.

Die Ausbeutung von Minderjährigen zum Zweck der Bettelei als Form von Menschenhandel stellt die zuständigen Behörden vor neue Herausforderungen. Nicht nur die ermittelnden Behörden sind gefordert, effektive Verfahren zur Identifikation der minderjährigen Opfer sowie zum Nachweis des Verdachts auf Kinderhandel zu entwickeln, auch die Vormundschafts-, und Migrationsbehörden müssen mit adäquaten Schutzmassnahmen, Unterbringungsangeboten und Rückführungsmechanismen auf dieses Phänomen reagieren. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Kooperation der Schweizer Behörden mit den entsprechenden Stellen in den Herkunftsländern der Kinder, um eine sichere und bedürfnisgerechte Rückführung und Wiedereingliederung der minderjährigen Opfer zu gewährleisten. 

Unter Einbezug österreichischer Erfahrungen im Umgang mit dem Phänomen Kinderbettelei und Kinderhandel, zielte der Anlass auf die Entwicklung effektiven Lösungsstrategien zur Ermittlung von Fällen der Ausbeutung von Kindern in der organisierten Bettelei und zur sicheren Rückkehr der minderjährigen Opfer ab. Die Anwesenheit der zuständigen rumänischen Behörden sowie verantwortlichen Stellen aus Bund und Kantonen ermöglichte eine praxisnahe Diskussion und führte zu neuen Kooperationsansätzen. 

Tagungen dieser Art werden regelmässig organisiert, mit dem Ziel, die internationale Zusammenarbeit im Bereich Menschenhandel zu verbessern.


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