Die Rolle von Religionen und Weltbildern in der schweizerischen Friedenspolitik

Bern, Medienmitteilung, 14.10.2010

Religionen und Weltbilder spielen in vielen Konflikten eine wichtige Rolle. Deshalb schenkt die Schweiz dieser Dimension in ihren weltweiten Friedensengagements ganz besondere Aufmerksamkeit. Das Thema steht am Donnerstag im Zentrum der diesjährigen Jahreskonferenz der Politischen Abteilung IV Menschliche Sicherheit des EDA in Bern. Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland beleuchten das Thema aus unterschiedlichen religiösen und kulturellen Perspektiven, tauschen Erfahrungen aus und diskutieren über neue Wege.

Wenn unterschiedliche Religionen und Weltbilder aufeinander treffen, kann dies einerseits befruchtende Impulse für Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft auslösen, andererseits jedoch auch bestehende Konflikte und Spannungen verstärken. Seit 2004 bemüht sich die Schweiz deshalb, im Rahmen ihres friedenspolitischen Engagements, dialogbereite religiöse und politische Akteure mit ganz unterschiedlichen Weltanschauungen in Friedensprozesse einzubeziehen – etwa in Tadschikistan, Sri Lanka oder im Libanon. Zudem bringt sie im Rahmen internationaler Gremien, wie etwa der UNO-Allianz der Zivilisationen, ihre Expertise ein.

„Die nützlichen und innovativen Bemühungen der Schweiz sind bei ihren Partnern auf ein positives Echo gestossen“, stellte Botschafter Claude Wild, der neue Chef der Politischen Abteilung IV Menschliche Sicherheit, in seiner Begrüssung befriedigt fest. Und EDA-Staatssekretär Peter Maurer betonte die Wichtigkeit eines offenen, unvoreingenommenen Dialogs mit allen Parteien, selbst dann wenn diese als schwierig wahrgenommen würden. „Um Vertrauen zu schaffen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern, müssen den Worten aber Taten folgen und zwar in Form von konkreten gemeinsamen Projekten.“

Jorge Sampaio, der hohe Repräsentant der UNO-Allianz der Zivilisationen ging in seiner Rede auf die politische Wirkung von unterschiedlichen Weltanschauungen ein und betonte die Notwendigkeit, diese im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens zu berücksichtigen.

In der anschliessenden Diskussionsrunde – bestritten von EDA-Staatssekretär Peter Maurer, Amina Rasul Bernardo, Präsidentin des "Philippine Center for Islam and Democracy", Rajmohan Gandhi, Präsident "Initiatives of Change International", David Glass, ehemaliger Direktor des israelischen Ministeriums für religiöse Angelegenheiten sowie Bob Roberts, evangelikaler Pastor aus den USA - ging es darum, Erfahrungen auszutauschen und neue Wege auszuloten.

In den drei Workshops am Nachmittag werden drei Themenbereiche vertieft diskutiert: die Macht der Medien, die Rolle der Zivilgesellschaft sowie die Umsetzung theoretischer Erkenntnisse in die Praxis.

In der Schlussdiskussion erörtern die Nationalrätinnen Yvette Estermann (SVP) und Ada Marra (SP), die Journalistin Amira Hafner-Al Jabaji, Pieter Omtzigt, Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarates sowie Botschafter Claude Wild, Chef der Politischen Abteilung IV, die Frage, wie ein friedliches Zusammenleben heute und in Zukunft, in der Welt und in der Schweiz, ermöglicht werden könnte.


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