Jahrestagung 2009 der Humanitären Hilfe und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe SKH

Bern, Medienmitteilung, 27.03.2009

Anlässlich der Jahrestagung 2009, die unter dem Thema «Leben retten – Leiden lindern» stand, zogen die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie die Fachleute des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) Bilanz über Ereignisse, die ihren Einsatz im Ausland erforderlich machten. Dabei stand stets die Hilfe zugunsten der von Not und Gewalt betroffenen Bevölkerung im Vordergrund.

Rund 900 Personen nahmen an der Tagung im Kursaal in Bern teil. Unter dem Thema «Leben retten – Leiden lindern» befassten sich die Teilnehmenden mit Präventions- und Sicherheitsmassnahmen der Humanitären Hilfe des Bundes, die darauf abzielen, Menschenleben zu retten und Leid zu lindern.

 · Thematisiert wurde der Einsatz der Humanitären Hilfe im Gazastreifen nach dem bewaffneten Konflikt vom Dezember 2008. Die zahlreichen Schwierigkeiten, mit denen die nach Gaza entsandten Equipen konfrontiert waren, um der Zivilbevölkerung die notwendige Hilfe zu gewährleisten, haben gezeigt, dass sich einzig mit einer koordinierten internationalen Solidarität das Leid der Opfer lindern lässt.

 · Eine weitere Präsentation befasste sich mit dem humanitären Programm der Schweiz im Sudan, das sich auf die Nothilfe sowie auf die Rückkehrhilfe für Vertriebene und Flüchtlinge konzentriert. Die Ausführungen der DEZA-Koordinatorin in Khartum veranschaulichten die Anstrengungen, die in den Bereichen Ernährungssicherheit, Zugang zu Trinkwasser und Gesundheitsversorgung unternommen wurden.

 · Ein Erfahrungsaustausch unter Korpsangehörigen vermittelte einen Einblick in die Einsätze der Humanitären Hilfe des Bundes in Zentralasien, in Myanmar und in Liberia. Dabei kamen sowohl positive als auch negative Aspekte zur Sprache.

 · Die Humanitäre Hilfe stellte die Schwerpunkte ihres neuen Einsatzkonzepts 2009­2014 vor, das darauf abzielt, die humanitäre Präsenz im Ausland durch eine Erhöhung der Missionen und die Bereitstellung von Fachleuten zuhanden von Partnerorganisationen zu verstärken.  

Der Einsatz der Schweiz im Fall von bewaffneten Konflikten
Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des Departements für auswärtige Angelegenheiten, sprach über das Engagement der Schweiz in bewaffneten Konflikten und nahm Bezug auf die Situation im Nahen Osten und in anderen Weltregionen. Dabei verwies sie auf die Bedeutung der Achtung des humanitären Völkerrechts, des Schutzes der Zivilbevölkerung und der lebenswichtigen Infrastrukturen, aber auch des Zugangs humanitärer Organisationen zu den Opfern von Konflikten. Sie würdigte das Engagement der Korpsangehörigen, die den Schlüssel zum Erfolg des humanitären Engagements unseres Landes darstellen.  

Die Reorganisation der DEZA
DEZA-Direktor Martin Dahinden informierte die Anwesenden über die wichtigsten Aspekte der laufenden Reorganisation der DEZA. Diese legte den Grundstein für eine wirksame Umsetzung der innerhalb des Bundes abgestimmten Entwicklungsstrategie, die seit dem 1. Januar 2009 in Kraft ist. Herr Dahinden wies darauf hin, dass die zweite Reorganisationsphase, die noch in diesem Jahr durchgeführt wird, die Beziehungen zwischen der Zentrale und den Kooperationsbüros neu definieren wird. Ziel ist es, die Präsenz der Schweiz in den Partnerländern zu verstärken und die bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen.  

In seinen Schlussworten sprach Toni Frisch, Stellvertretender Direktor der DEZA, Delegierter der Humanitären Hilfe und Chef des SKH, von den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, die sich der Humanitären Hilfe des Bundes stellen, und von der Tragweite ihres Auftrags. Mit der Zertifizierung gemäss den Richtlinien der INSARAG (International Search and Rescue Advisory Group) entspricht die Schweiz nun den von der UNO definierten internationalen Einsatzanforderungen für Rettungsteams. Diese Zertifizierung erhöhe die Visibilität der Schweiz im Ausland und sei ein Zeichen für das Schweizer Engagement zugunsten der internationalen Solidarität, meinte Toni Frisch abschliessend.

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