Nachbarstaaten

Die Pflege der Beziehungen zu den Nachbarstaaten und an die Schweiz grenzende Regionen ist einer der Schwerpunkte der Schweizer Aussenpolitik in der Legislaturperiode 2016–2019. Diese strategische Ausrichtung widerspiegelt sich in der intensiven Besuchsdiplomatie auf bilateraler und regionaler Ebene und in den Bemühungen, offene Fragen mit den Nachbarstaaten anzugehen und gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen.

Die Schweiz ist mit ihren Nachbarstaaten eng verflochten. Die Verbindungen beruhen auf politischen, sprachlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten und Interessen. 60% der in der Schweiz wohnhaften EU-Bevölkerung kommen aus unseren Nachbarstaaten. 70% des bilateralen Warenhandels der Schweiz mit der EU gehen allein auf Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich zurück. Diese Nachbarstaaten sind auch wichtige Mitgliedstaaten der EU. Die Schweiz hat deshalb ein grosses Interesse, mit ihnen einen ständigen Dialog über ihr Verhältnis zur EU zu pflegen. Die drei Erstgenannten gehören zudem zur G-8, wobei Frankreich auch ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat ist.

In der Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten dominieren Verkehrs-, Finanz- und Steuer- sowie Energiefragen. Eine enge Kooperation besteht auch im Konsular- und Visa-Bereich sowie in der Forschung und Innovation. Die Zusammenarbeit im Alpenraum ist ein weiterer wichtiger Aspekt in den Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Auch auf multilateraler Ebene arbeitet die Schweiz mit ihren Nachbarn eng zusammen. Beispiele hierfür sind die Zusammenarbeit im Rahmen des OSZE-Vorsitzes der Schweiz im Jahr 2014, beim Problem der Terrorismusfinanzierung mittels Geiselnahme oder im Rahmen des gemeinsamen Engagements im weltweiten Kampf gegen die Todesstrafe. Zu aktuellen internationalen Fragen tauscht sich die Schweiz mit den Nachbarstaaten regelmässig im Rahmen von politischen Konsultationen aus.

Die Beziehungen zu den unmittelbar an die Schweiz angrenzenden Regionen sind besonders eng. Das Handelsvolumen der Schweiz mit Baden-Württemberg entspricht etwa demjenigen mit den USA – und es ist grösser als das Handelsvolumen mit China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika zusammen. Auch das Handelsvolumen der Schweiz mit den italienischen Grenzregionen übertrifft das Handelsvolumen mit China. Der Umstand, dass mit Süddeutschland und Norditalien zwei der wettbewerbsfähigsten Regionen Europas an die Schweiz angrenzen und dass die Schweiz gleichzeitig Zugang zu gut ausgebildeten Arbeitskräften hat, trägt viel zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz bei.