Nothilfe: Kernauftrag der Humanitären Hilfe der Schweiz

Ein Vater mit seiner Tochter neben einem Frucht- und Gemüsestand in einem Lager für Kriegsvertriebene im Irak.
Im Irak haben Millionen Kriegsvertriebene in Lagern Zuflucht gefunden, wo sie Wasser und Nahrungsmittel erhalten. © DEZA

Die Schweiz leistet Nothilfe im Fall von Krisen, Konflikten und Katastrophen und orientiert sich dabei an den universellen humanitären Prinzipien. Mit ihren Einsätzen will sie in erster Linie Leben retten und Leiden lindern. Die Humanitäre Hilfe der DEZA stellt die Bedürfnisse der betroffenen Menschen ins Zentrum ihres Engagements. Sie plädiert dafür, dass diese Menschen auch in die humanitäre Arbeit einbezogen werden. 

Fokus der DEZA

Die Nothilfe gehört zum Kernauftrag der humanitären Hilfe, die von der DEZA im Namen der Schweiz erbracht wird. Sie umfasst unter anderem die Sicherstellung der Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln sowie die medizinische Hilfe für notleidende Menschen. Des Weiteren gehört die Bereitstellung von provisorischen Unterkünften für Flüchtlinge und Binnenvertriebene dazu. Die Humanitäre Hilfe der DEZA legt das Schwergewicht auf den Schutz der am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen.

Bedürfnisse bestimmen das Handeln

Die Schweiz leistet Nothilfe,

  • wenn die humanitären Bedürfnisse und die Not der Menschen besonders gross sind, sei es während oder nach einem bewaffneten Konflikt, einer Naturkatastrophe, einem technischen Unfall oder einer Epidemie;
  • wenn die lokalen, nationalen und regionalen Kapazitäten fehlen oder nicht ausreichen, um die Krise und deren Folgen zu bewältigen. 

Um die Bedürfnisse zu evaluieren und Einsatzort und -zeit zu bestimmen, orientiert sich die Humanitäre Hilfe der DEZA an den Aufrufen der betroffenen Staaten, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und/oder der zuständigen UNO-Organisationen. Sie stützt sich zudem auf die Informationen der Schweizer Auslandvertretungen und verschiedener NGO.

Vor Ort reagiert die Humanitäre Hilfe der DEZA rasch, bedürfnisorientiert und im Einklang mit den universellen humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.

Instrumente der Nothilfe

Die Nothilfe der Schweiz kann verschiedene Formen annehmen: 

  • wenn die lokalen, nationalen und regionalen Kapazitäten fehlen oder nicht ausreichen, um die Krise und deren Folgen zu bewältigen.
  • Entsendung von Angehörigen des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH)
  • Verteilung von Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Gütern
  • finanzielle Beiträge an Partnerorganisationen, die im Krisengebiet tätig sind
  • anwaltschaftliches Engagement auf internationaler Ebene und vor Ort, damit Notleidende Zugang zu humanitärer Hilfe erhalten.  

Kontext

Die humanitären Herausforderungen sind in den letzten Jahren zahlreicher und komplexer geworden. Die zunehmende Grösse, Anzahl, Intensität und Dauer der aktuellen Krisen, Konflikte und Katastrophen sowie die mangelnde Einhaltung des humanitären Völkerrechtes und der humanitären Prinzipien bringen das humanitäre System an seine Grenzen. Die Zivilbevölkerung trägt das grösste Leid. Millionen von Menschen in der ganzen Welt sind auf der Flucht vor Not und Gewalt, und die Auswirkungen der Migrationsströme sind auch in Europa spürbar. Die Hauptlast tragen aber nach wie vor die Herkunftsstaaten und deren Nachbarstaaten.

Unterstützung lokaler Akteure

Die Schweiz plädiert für eine internationale Hilfe, welche die lokalen, nationalen und regionalen humanitären Handlungsmechanismen der betroffenen Länder im Fall einer Krise oder Katastrophe verbessert. Der Ansatz ist wichtig, damit diese Länder und ihre Bevölkerung langfristig ihre Widerstandskraft – man spricht auch von Resilienz – stärken können.

Auf dem Weg zum Wiederaufbau und zur Rehabilitation

Die Nothilfe endet in der Regel, wenn die humanitären Bedürfnisse soweit gedeckt sind und die Behörden des betroffenen Landes wieder in der Lage sind, die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. In einer zweiten Phase können die humanitären Akteure Wiederaufbau- und Rehabilitationsmassnahmen einleiten.

Bei Naturkatastrophen, bei denen alles zerstört wurde, und bei Krisen, die sich über mehrere Jahre erstrecken, wie beispielsweise in Syrien, müssen die Hilfsprogramme Anreize vorsehen, die eine eigenständige Entwicklung der Bevölkerung auf mittlere und lange Sicht ermöglichen. Innerhalb der DEZA arbeiten die Expertinnen und Experten der humanitären

Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit häufig gemeinsam darauf hin, dass es den Empfängern besser geht.

Aktuelle Projekte

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Mobility Multi-Donor Trust Fund

01.12.2017 - 31.12.2021

The Mobility Multi-Donor Trust Fund managed by the World Bank informs transport policies and infrastructure projects with solutions for sustainable mobility and works with selected low and middle-income countries in implementing such solutions.


Wastewater Collection and Treatment in Zenica

01.12.2017 - 31.12.2021

The project, co-financed with the German Development Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW) entails the construction of a wastewater treatment plant (WWTP) and necessary measures for the municipal wastewater network. Additionally, activities for Corporate Development of the public utility and minor urban development measures are planned.


IFC Debt Resolution Program, Phase II

01.11.2017 - 31.03.2022

The Debt Resolution Program contributes to effective debt management frameworks in Serbia, Albania, Bosnia and Herzegovina, Macedonia and Kosovo.


Program for Sustainable Tourism Development

01.11.2017 - 31.12.2022

Indonesia has the potential to develop a world-class tourism industry, because the country has many natural and cultural tourism assets. The World Economic Forum?s Travel and Tourism Competitiveness Report 2017 ranks Indonesia 42nd (out of 141 countries). Despite this potential, Indonesia faces serious sustainability challenges.


Global Quality and Standards Programme (GQSP)

01.11.2017 - 30.11.2022

The Global Quality and Standards Programme (GQSP) implemented with UNIDO addresses challenges faced by exporters from developing countries, in particular small and medium-sized enterprises (SME) to meet and prove conformity with market entry requirements/standards, technical regulations and market requirements.


MENA Financial Inclusion: Women Banking Champions Program

16.10.2017 - 30.09.2021

The Women Banking Champions Program aims at increasing access to financial services for women and women entrepreneurs in the Middle East and North Africa region through the provision of advisory services to financial institutions (banks and microfinance institutions). It is a contribution to SECO/WE's inclusive and sustainable growth mandate.


Sustaining Competitive and Responsible Enterprises SCORE, Phase III

01.10.2017 - 31.12.2021

SCORE is one of SECO's flagship programmes to foster more & better jobs in small and medium enterprises (SME) in partner countries. SCORE provides on-the-job training for workers and managers to improve productivity and working conditions in SMEs and help them to participate in global supply chains. SCORE is a joint programme with Norway and ILO.


World Bank Financial Sector Strengthening Program

01.10.2017 - 30.09.2021

The Program aims at strengthening the stability of the financial sector and promoting the development of a sound and inclusive financial sector that fosters sustainable economic growth and job creation in Indonesia.


EBRD Economic Inclusion MENA

01.10.2017 - 01.10.2020

Around specific investments the project seeks to equip workers with the necessary skills to get employed. It fosters the inclusion agenda in Egypt, Tunisia, Jordan and Morocco by targeting specifically youth, gender and people from disadvantaged regions.


Kyrgyzstan: Energy Efficiency in Public Buildings

01.10.2017 - 31.12.2023

Given the high energy intensity of Kyrgyzstan (with buildings being the main energy consumer), SECO will support the Government?s Action Plan to reduce energy consumption by demonstrating energy efficiency benefits in public buildings in the health and education sectors. The project will also help to build local expertise on energy efficiency.


Private Infrastructure Development Group, Phase VII

01.09.2017 - 31.12.2020

The Private Infrastructure Development Group (PIDG) encourages and mobilises private sector investments to assist low income countries of sub-Saharan Africa as well as south and south-east Asia in providing infrastructure. PIDG is strategically steered by its member donor organisations.


Urban Transformation Program

01.08.2017 - 31.12.2022

Urban transformation has become one of the top priorities of Colombian cities for tackling their growing urban challenges. The SECO supported Urban Transformation Program aims at (re-)vitalizing the public space through innovative urban infrastructures in selected Colombian Cities in order to promote their economic development.

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