Gender und Frauenrechte in Konflikten und fragilen Kontexten

Mädchen mit weissen Kopftüchern stehen eins vor dem andern in einer Reihe, ein Mädchen blickt zurück.
Während Konflikten und danach haben die Frauen unterschiedliche Rollen und Bedürfnisse und sind in diesen Situationen grösseren Gefahren ausgesetzt als die Männer. © UNO Photo/Olivier Chassot

Die DEZA engagiert sich für die Rechte von Frauen und Mädchen in Konflikten und setzt Massnahmen zur Prävention gegen geschlechterspezifische Gewalt um. Sie fördert zudem die Partizipation von Frauen in Friedens-, Transformations- und Staatsbildungsprozessen.

Fokus der DEZA

Die Rechte von Frauen und Mädchen in fragilen Kontexten zu stärken und den Aspekt der Geschlechtergleichstellung gemäss dem Nationalen Aktionsplan 1325 (NAP 1325) in ihre Strategien und Projekte zu integrieren, ist eines der Hauptziele der DEZA. Mit dem NAP 1325 kommt die Schweiz den Verpflichtungen der Resolution 1325 des UNO-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2000 nach. Dies ist die erste Resolution, welche die Folgen bewaffneter Konflikte für Frauen und Mädchen benennt und anerkennt, dass die Teilnahme von Frauen für den Erfolg von Friedensprozessen wichtig ist.

Die DEZA verfolgt bei der Umsetzung des NAP 1325 zwei Hauptziele:

1. Prävention und Schutz gegen geschlechterspezifische Gewalt verstärken: Im Vordergrund stehen die Phasen nach dem Konflikt (Postkonfliktkontext) sowie humanitäre Krisen und der Einbezug von Männern und Jungen.

2. Die Partizipation von Frauen stärken sowie den Aspekt der Geschlechtergleichstellung in die lokalen Friedens-, Transformations- und Staatsbildungsprozesse einbeziehen.

Hintergrund

Frauen haben während Konflikten und danach unterschiedliche Rollen und Bedürfnisse und sind in diesen Situationen grösseren Gefahren ausgesetzt als die Männer. Sie sind zum Beispiel in besonderem Masse von geschlechterspezifischer Gewalt betroffen. So werden sie nach einer Vergewaltigung häufig von ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Problematisch und nach wie vor ein Tabu ist jedoch auch die Gewalt, die Männer an anderen Männern ausüben. Deshalb setzt sich die DEZA dafür ein, Männer als Opfer und Täter von Gewalthandlungen zu betrachten.

Die DEZA versucht ausserdem, die Frauen stärker in nationale und lokale Gouvernanz- und Friedensprozesse einzubeziehen, weil sie diese positiv beeinflussen können. Sie setzt sich aber auch dafür ein, Männer stärker in die Gewaltprävention und in die Geschlechtergleichstellung einzubeziehen, damit sie die Anliegen mittragen. Denn hier geht es nicht nur um die Interessen der Frauen, sondern um  jene der ganzen Gesellschaft.