Ukraine: auf dem Weg zu einem leistungsfähigeren Gesundheitssystem

Projekt abgeschlossen
Eine Frau ist zur Beratung beim Arzt.
Dank der laufenden Reformen im Gesundheitssecktor soll die gesamte Bevölkerung langfristig Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung haben. © DEZA

Dieses Projekt soll die Kompetenzen und Kapazitäten des ukrainischen Gesundheitsministeriums stärken und zur Optimierung des Reformprozesses im Gesundheitssektor beitragen. Es sollen namentlich klarere Prioritäten gesetzt und Massnahmen ausgearbeitet und umgesetzt werden, die den spezifischen Gesundheitsbedürfnissen der Bevölkerung entsprechen.

Land/Region Thema Periode Budget
Ukraine
Gesundheit
Stärkung der Gesundheitssysteme
01.12.2015 - 30.11.2019
CHF 1'850'000

Der allgemeine Gesundheitszustand der ukrainischen Bevölkerung gibt trotz einiger Fortschritte weiterhin Anlass zur Sorge. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in der Ukraine elf Jahre tiefer als in den Ländern Westeuropas. Dies ist zum Teil auf das Gesundheitssystem zurückzuführen, welches zahlreiche Defizite aufweist und dessen Strukturen grundlegend geändert werden müssen. Ein umfassender Reformprozess wurde in die Wege geleitet, kam aber wegen des Konflikts, der 2014 im Osten des Landes ausbrach, zum Erliegen. Die neue Regierung scheint nun entschlossen zu sein, den Reformprozess erneut in Gang zu bringen. Die im Februar 2015 verabschiedete «Nationale Strategie für die Gesundheitsreform in der Ukraine 2015–2020» (National Health Reform Strategy for Ukraine) ist Ausdruck dieser Entschlossenheit.

Der Komplettumbau des Gesundheitssektors stellt eine enorme Herausforderung für das zuständige Ministerium dar. Gleichzeitig bietet er die einmalige Chance, strategische Entscheidungen zu treffen, um das System besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung auszurichten und dadurch zur Verbesserung der Volksgesundheit beizutragen. Die Schweiz hat deshalb beschlossen, die ukrainischen Gesundheitsbehörden bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Der Fokus des Programms liegt auf der Stärkung der Grundversorgung und der Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wirksamere Koordination

Dieses Projekt soll die Kompetenzen und Kapazitäten des ukrainischen Gesundheitsministeriums stärken und Reformen im Hinblick auf einen besseren Zugang der gesamten Bevölkerung zu einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung ermöglichen. Zu diesem Zweck werden namentlich Managementschulungen im Gesundheitswesen organisiert.

Wichtig ist ausserdem, dass das Gesundheitsministerium eine wirksame Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren der Gesundheitsreform gewährleistet. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt deshalb in der Schaffung einer nationalen Plattform für den politischen Dialog. Diese Struktur soll es allen Beteiligten erlauben, ihre Anstrengungen zu koordinieren, Synergien zu erzielen und dafür zu sorgen, dass sich die verschiedenen Massnahmen besser ergänzen. Im Rahmen dieser Plattform sollen neben den nationalen, regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden auch eine Koalition der Geber – darunter die Schweiz – sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

Ausrichtung der Politik auf die Bedürfnisse

Eine weitere Komponente des Projekts ist stärker auf den Inhalt der Reform ausgerichtet. Sie soll sicherstellen, dass das Gesundheitsministerium über eine relevante Datengrundlage für seine Entscheidungen verfügt. Damit bedarfsgerechte Massnahmen ergriffen werden können, müssen die realen Bedürfnisse der Bevölkerung bekannt sein. Die DEZA wird deshalb verschiedene Initiativen und Studien unterstützen, die Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung erheben, also beispielsweise fragen: Wie hoch ist die Diabetes-Prävalenz in bestimmten Bevölkerungsgruppen? Welche Bevölkerungsgruppen sind von dieser oder jener Krankheit am stärksten betroffen? Welches sind die Gewohnheiten bezüglich Rauchen und Ernährung?

Gestützt auf diese Daten werden Handlungsempfehlungen an das Gesundheitsministerium erstellt. Diese Informationen sollen dem Gesundheitsministerium auch als Grundlage zur Festlegung jener Bereiche dienen, in denen der grösste Reformbedarf besteht.