Ukraine

Die Schweiz setzt sich in der Ukraine für deren inneren Zusammenhalt, inklusive demokratische Regierungsführung und eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung ein. Sie ist in den Bereichen Gouvernanz und Friedensförderung, Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, Energieeffizienz sowie nachhaltige Stadt- und Wirtschaftsentwicklung tätig. Humanitäre Hilfe leistet die Schweiz durch Direktaktionen und im Rahmen internationaler Hilfsaktionen.

Karte der Ukraine
© EDA

Die Ukraine ist eines der grössten, aber auch eines der ärmsten Länder Europas. Die ehemalige Sowjetrepublik, die 1991 die Unabhängigkeit erlangte, ist seit Ausbruch des Konflikts 2014 in einer tiefgreifenden Krise: Tausende Tote und anderthalb Millionen Vertriebene, massive Zerstörung von Infrastruktur im industrialisierten Osten, eine kritische humanitäre Situation sowie eine Wirtschaftsdepression mit schwerwiegenden sozialen Folgen. Politisch bedeutet der Regimewechsel in Kiew und die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU jedoch eine Chance, notwendige politische Reformen voranzutreiben.

Diese Chance will die Schweiz als neutraler Akteur nutzen. Wie in der aktuellen Kooperationsstrategie formuliert, arbeitet die Schweiz in der Ukraine darauf hin, den inneren Zusammenhalt, inklusive demokratische Regierungsführung und nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu stärken. Das Engagement der Schweiz gilt dem ganzen Land, wo möglich und sinnvoll mit speziellem Augenmerk auf die vom Konflikt betroffenen Gebiete. Arme und gefährdete Gruppen sowie Minderheiten werden im Besonderen berücksichtigt.

Lokale Gouvernanz und Friedensförderung

Dezentralisierung weiter vorantreiben

Eine effiziente Verwaltung bietet ihre Dienstleistungen allen  Bürgerinnen und Bürgern an und ermöglicht ihnen politische Mitsprache. Dieser Zielsetzung verpflichtet, ist die Schweiz in der Ukraine seit Langem in den Bereichen Dezentralisierung und Lokale Gouvernanz tätig. Die laufende Dezentralisierungsreform der Regierung greift dringende Themen wie Gewaltenteilung, den Abbau zentralistischer Strukturen, die Erhöhung der Effizienz und Bekämpfung der Korruption auf. Die Schweiz begleitet und unterstützt diese Reform auf allen Ebenen.

Konflikt deeskalieren und Gräben überbrücken

Die Schweiz hat 2014 während ihres Ratsvorsitzes der OSZE verschiedene Initiativen zur Beilegung des ausgebrochenen Konflikts gestartet. Um dieses begonnene Engagement kohärent weiterzuführen, setzt sich die Schweiz weiterhin für diese Initiativen ein, beispielsweise die sogenannte Trilaterale Kontaktgruppe und die Spezielle Überwachungsmission der OSZE.

Die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des EDA

  • fördert mittels politischem Dialog die Beziehungen zwischen Konfliktparteien
  • erinnert an die Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten und dem Humanitären Völkerrecht und
  • setzt sich für den Einbezug aller relevanten Akteure bei wichtigen Entscheidungsprozessen ein.

Die Aufarbeitung der Vergangenheit hat sich ebenfalls als wichtiges Handlungsfeld herausgestellt. Die Schweiz spricht dem Konflikt zugrunde liegende Gegensätze an und arbeitet an einer sukzessiven Deeskalation, um zu einer dauerhaften Lösung zu finden.

Gesundheit

Nach langem und erfolgreichem Wirken in Bereich der perinatalen Gesundheitsversorgung verlagert die Schweiz ihr Engagement auf die Verbesserung der medizinischen Grundversorgung.

Erschwingliche und gut zugängliche Grundversorgung

Die Schweiz unterstützt die ukrainischen Behörden sowohl bei der Erarbeitung wie auch der Umsetzung von Reformen im Gesundheitswesen. Leistungen sollen erschwinglich und für jedermann zugänglich sein. Das gilt insbesondere für verletzliche Gruppen, weshalb ein besonderes Augenmerk auf jene Regionen des Landes gerichtet ist, wo sich viele intern vertriebene Personen und Opfer des Konfliktes aufhalten.

Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

Weiterer Schwerpunkt ist die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Mit der Promotion eines gesünderen Lebensstils sowie Prävention sollen Krankheiten wie Krebs oder Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des Atemsystems zurückgedrängt werden.

Gesundheit 

Energieeffizienz und nachhaltige Stadtentwicklung

Weniger Verbrauch dank nachhaltiger Stadtentwicklung

In Sachen Energieversorgung muss die Ukraine unabhängiger, im Energieverbrauch effizienter werden. Die Schweiz arbeitet von zwei Seiten auf dieses Ziel hin: der Seite der Energieverbraucher und der Seite der Energielieferanten. Durch den Einsatz energieeffizienter Technologien und eine durchdachte Stadtentwicklung wird der Energieverbrauch reduziert.

Saubere und effiziente Produktion

Eine kostenwirksame, verlässliche und möglichst nachhaltige Grundversorgung ist wiederum Ziel auf Seite der Energielieferanten. Dazu gehört ein guter Zugang für Bevölkerung, Unternehmen und Industrie zu staatlichen Angeboten, welche die Energieeffizienz erhöhen. Eine effizientere Produktion verbraucht weniger Ressourcen und bedeutet eine Erhöhung der Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung.

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Die stark auf Landwirtschaft und Schwerindustrie basierende ukrainische Wirtschaft schrumpft seit der Finanzkrise 2008 und ist seit Ausbruch des Konflikts 2014 in einer tiefgreifenden Krise. Neben den Auswirkungen der gewaltsamen Auseinandersetzungen hemmen eine schwerfällige Bürokratie, verbreitete Korruption, fehlende Diversifizierung, ein schwaches Finanzsystem sowie stagnierende Modernisierung eine positive Entwicklung.

Privatsektor als Ergänzung zu Industrie und Landwirtschaft

Kleine und mittlere Unternehmen stehen im Zentrum des Schweizer Engagements. Diesen KMU wird der Zugang zu Finanzdienstleistungen erleichtert, gesetzliche Rahmenbedingungen verbessert und Fähigkeiten zu Unternehmensführung vermittelt. Mit Finanzinstituten werden passende Finanzprodukte erarbeitet und Behörden bei umfassenden Reformen in der Wirtschaftsgesetzgebung und der Rahmenbedingungen für Investitionen gestützt. Ein starker Privatsektor, vernetzt in einem globalen Kontext, ist ein möglicher Ausweg aus der Krise.

Humanitäre Hilfe

Unterstützung internationaler Organisationen

Seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine Anfang 2014 engagiert sich die Humanitäre Hilfe der DEZA im regierungs- sowie im nichtregierungskontrollierten Gebiet. Dabei konzentrierte sie sich zunächst auf die finanzielle und personelle Unterstützung multilateraler Organisationen (UNHCR, WFP, IKRK), die beidseitig der Kontaktlinie tätig sind.

2015 stellt die Humanitäre Hilfe zusätzliche Mittel für vier humanitäre Aktionslinien zur Verfügung, welche der notleidenden Bevölkerung zugutekommen.

Nothilfe für Meistbedürftige

Die Humanitäre Hilfe leistet Nothilfe für Meistbedürftige, welche über die Partnerorganisation «People in Need» zum Beispiel durch die Reparatur von beschädigten Wohnhäusern geleistet wird. Nebst Gütern zur Trinkwasseraufbereitung liefert die Schweiz Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial in das nichtregierungskontrollierte Gebiet und medizinische Apparate in den von der Regierung kontrollierten Teil des Landes.

Herangehensweise und Partner

Das Engagement der Schweiz setzt sich aus der DEZA , dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), der Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des EDA und der Humanitären Hilfe der DEZA zusammen. Die Schweiz nutzt darüber hinaus ihre Instrumente zur Pflege von Aussenbeziehungen sowie ihre Rolle in internationalen Gremien. Besonders hervorzuheben ist die Präsidentschaft der OSZE 2014 und die Mitarbeit in der Troika mit den Vorsitzländern Serbien (2015) und Deutschland (2016).

Die Schweiz arbeitet eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfond (IWF) zusammen. Alle Programme beinhalten  die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichstellung der Geschlechter sowie der verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen.

Wichtige Partner der Schweiz in der Ukraine sind:

  • Ukrainische Behörden auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene
  • Organisationen der  internationalen («People in Need», «swisspeace») und lokalen Zivilgesellschaft
  • Internationale Organisationen: Internationale Finanz-Corporation (IFC), Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Internationaler Währungsfond (IWF), Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Europarat, Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), Welternährungsprogramm (WFP), Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR), Weltgesundheitsorganisation (WHO), Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA)
  • Schweizerische NGO: Skat, Innovabridge

Dokumente

Aktuelle Projekte

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Ukraine: auf dem Weg zu einem leistungsfähigeren Gesundheitssystem

Eine Frau ist zur Beratung beim Arzt.

01.12.2015 - 30.11.2019

Dieses Projekt soll die Kompetenzen und Kapazitäten des ukrainischen Gesundheitsministeriums stärken und zur Optimierung des Reformprozesses im Gesundheitssektor beitragen. Es sollen namentlich klarere Prioritäten gesetzt und Massnahmen ausgearbeitet und umgesetzt werden, die den spezifischen Gesundheitsbedürfnissen der Bevölkerung entsprechen.

Land/Region Thema Periode Budget
Ukraine
Gesundheit
Stärkung der Gesundheitssysteme

01.12.2015 - 30.11.2019


CHF 1'850'000



E-Governance for Accountability and Participation (EGAP)

01.07.2019 - 30.06.2023

EGAP Programme through modern e-governance and e-democracy tools contributes to a more effective and integrity-based public administration and service delivery, benefitting both citizens and businesses, to higher transparency and accountability of national and local authorities towards citizens, and to the formation of a new political culture characterized by citizens’ responsibility, competence and activism.


Reducing risk-factors for Non-Communicable Diseases in Ukraine (opening phase)

01.05.2019 - 31.10.2020

Non-communicable diseases are the main cause of mortality and morbidity in Ukraine incurring significant economic costs of inaction. Non-communicable diseases are determined by risk factors, which can be considerably reduced. This invervention aims at creating a conducive policy and regulatory framework for NCDs prevention, increasing preventive care at primary level and at improving health literacy and reducing behavorial risk factors among the population. 


United Nations Human Rights Monitoring Mission in Ukraine

01.01.2019 - 31.12.2020

The protracted conflict in eastern Ukraine and its devastating effect on the civilian population requires a continued comprehensive international human rights monitoring and engagement with relevant actors. The presence and impartial work of the United Nations Human Rights Monitoring Mission helps to identify human rights gaps and concerns in Ukraine with a special focus on the east and Crimea. The mission formulates specific recommendations for shaping state policies and international assistance programs.


Programme contribution to Brot für alle / Bread for all 2019-2020

01.01.2019 - 31.12.2020

Bread for all (Bfa), the development organization of the protestant churches of Switzerland, has aligned its mandate with the Agenda 2030. Through a network of ten faith-based organizations active in partner countries, Bfa supports disadvantaged people to access Food Security, Education and Health. It also strengthens communities in peacebuilding and conflict transformation, while furthering the social responsibility of Swiss stakeholders.


Contributions to OCHA Field Operations in 2019

01.01.2019 - 31.12.2019

OCHA’s mission is to coordinate the global emergency response, to save lives and protect people in humanitarian crises. OCHA advocates for effective and principled humanitarian action by all, for all, in partnership with national and international actors in order to alleviate human suffering in sudden-onset disasters and protracted crises. It is responsible for bringing together humanitarian actors to ensure a coherent and timely response to emergencies. Therefore, SDC seeks to provide support to OCHA field and regional offices in relevant humanitarian contexts, in line with SDC geographic and thematic priorities.


Allocation of SDC Funding to ICRC Operations in 2019

01.01.2019 - 31.12.2019

In line with the Good Humanitarian Donorship (GHD) principles, Switzerland recognizes the necessity of predictable and flexible funding to respond to changing needs in humanitarian crises. SDC funding to ICRC operations allows the International Committee of the Red Cross (ICRC) to respond proactively and to provide immediate protection and assistance for people affected by armed conflict and other situations of violence.


Asset Recovery Support Project

01.12.2018 - 31.12.2021

Systemic corruption, including the illegal appropriation of public assets by political-business elites has afflicted Ukraine for over two decades. Given the impetus for reforms following the Maidan revolution in 2014, as well as the large quantities of Ukrainian assets frozen in Swiss banks, Switzerland sees an opportunity to facilitate the return of public assets to Ukraine. This project provides technical assistance to strengthen Ukrainian authorities’ capacities in asset recovery. 


Recovery and stabilization support to Eastern Ukraine: Good Governance and Citizens' Engagement

01.12.2018 - 31.01.2022

The conflict in Eastern Ukraine has put a massive toll on key public infrastructure. 20% of active households have experienced employment loss and reduced livelihoods, and thousands of families have been separated from their relatives across the contact line. This contribution to the UN-led Recovery and Peacebuilding program aims at strengthening the capacities of regional and local governments to make more effective use of increased funding for addressing pressing recovery needs, supporting local dialogue and trust building.


Public Private Development Partnership to improved Plumbing Education in Ukraine

01.10.2018 - 31.10.2022

The mismatch of skills and qualifications with the needs of the economy remains an important cause of low productivity in Ukraine. This Public Private Development Partnership aims at improving the quality and relevance of vocational education and training for plumbers. Improved skills and knowledge tailored to the needs of the market will contribute to increase employability and incomes of young people.


Mental Health for All

01.04.2018 - 30.09.2023

In Ukraine, socio-economic factors, the protracted conflict, coupled with an oudated mental health care system result in a high prevalence and poor treatment of mental health disorders. This project supports the implementation of reforms in the mental healthcare sector by improving framework conditions, piloting integrated, communiry-based models of care and providing psychosocial support to communities affected by the ongoing conflict. 


Support to Decentralization in Ukraine (DESPRO)

01.07.2017 - 31.12.2021

Switzerland’s continued support to decentralization and local governance reform in Ukraine builds upon the good results achieved in previous phases. By strengthening capacities of the key national reform stakeholders and improving national policies, SDC will contribute to further advancing the reform. Local governments will be capacitated to effectively use newly transferred competences and resources to provide quality public services (in particular water supply & sanitation and solid waste management) to citizens.

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