Südliches Afrika

Das Regionalprogramm der Schweiz im südlichen Afrika hat zum Ziel die Armut zu verringern und die Resilienz der Bevölkerung zu stärken. Mit ihrem Engagement trägt die Schweiz konkret zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und zur Senkung der HIV-Neuansteckungen bei.

Karte der Region Südliches Afrika (Südafrika, Simbabwe, Malawi, Swasiland, Sambia, Lesotho)
© EDA

Das von grossen Kontrasten geprägte südliche Afrika ist die stabilste Region des Kontinents. Jedoch tragen divergierende Wachstumsraten, hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Rohstoffpreise, die finanzwirtschaftliche Belastungen, die steigende Verschuldung und hohe Inflationsraten zu einem verhaltenen Wirtschaftsausblick für die Region. Regierungskrisen und Korruption schwächen die politischen Strukturen und führen zusammen mit der weit verbreiteten Ungleichheit zu Gewalt und Unsicherheit.

Die Schweiz engagiert sich in zwei Themenbereichen: Die Bekämpfung von HIV-Neuansteckungen bei Jugendlichen und die Erhöhung der Resilienz von Kleinbauernfamilien durch eine verbesserte Ernährungssicherheit anhand verbesserter Saatgutqualität und -verfügbarkeit. Bei Krisen oder Naturkatastrophen wird zusätzlich punktuell humanitäre Hilfe geleistet.

Die Schweiz will mit ihrem Engagement Strategien der Mitgliedstaaten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) stärken und die Verabschiedung und Umsetzung von regionalen Standards in beiden Themenbereichen fördern.

Die SADC umfasst 16 Mitgliedsländer (Angola, Botsuana, Demokratische Republik Kongo (DRK), Eswatini, Komoren, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika und Tansania). Das SADC Sekretariat befindet sich in Botsuana. Das Schweizer Regionalprogramm im südlichen Afrika konzentriert sein Engagement auf folgende fünf Länder: Simbabwe, Sambia, Malawi, Lesotho und Eswatini. Das Kooperationsbüro befindet sich in Harare. Daneben gibt es in der Region spezifische DEZA-Länderprogramme in Mosambik und Tansania, die von den Kooperationsbüros in Maputo und Daressalam betreut werden. Die DRK ist zwar Mitglied der SADC, aber dem DEZA-Regionalprogramm «Grosse Seen» zugeordnet.

Ernährungssicherheit

Bessere Ernährungssicherheit und Absicherung gegen Klimarisiken

Ziel der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist die Stärkung der Ernährungssicherheit für und durch kleinbäuerlicher Familienbetriebe. Die DEZA setzt sich für einen besseren Zugang der Bauern zu Qualitätssaat- und Pflanzgut ein. Sie fördert die Saatgutproduktion und -vermehrung sowie gemeinschaftsbasierte Saatgutsysteme. Die erhöhte Verfügbarkeit, Vielfalt und Verwendung von Saatgut, das an die lokalen Bedingungen und nachhaltigen Anbaumethoden angepasst ist, stärkt die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Haushalte und erhöht Nahrungsmittelangebot und dessen Diversität in der Region.

Das südliche Afrika ist anfällig für wiederholte durch Klimawandel bedingte Naturkatastrophen. Um im Krisenfall (z. B. Dürren) zu reagieren und Nahrungsmittel- und Wasserversorgung zu gewährleisten, unterstützt die DEZA den Aufbau von Kapazitäten, die die Verletzlichkeit der Länder (nationale Ebene) und der SADC (regionale Ebene) beurteilen können. Die Verbreitung umfassender, lokal angepasster Instrumente zur Krisenvorsorge (z. B. Mikroversicherungen) ermöglicht es Kleinbauern Klimawandel bedingte Risiken (z. B. unregelmässige Niederschläge, Schädlinge, Überschwemmungen) besser zu bewältigen.

Die Landwirtschaft bietet mehr als 60% der Bevölkerung Beschäftigung und Einkommen und ist damit der wichtigste Wirtschaftssektor. Jedes Jahr gelangen 6 Millionen junge Menschen in der Region neu auf den Arbeitsmarkt. Die DEZA unterstützt vielversprechende Initiativen zur Kompetenzentwicklung in der Landwirtschaft und den damit verbundenen Wertschöpfungsketten, um den Zugang junger Menschen zu einkommensschaffenden Aktivitäten im Agrarsektor zu fördern.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

HIV sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRHR)

Rückgang der Neuansteckungen bei den 10- bis 24-Jährigen

Im südlichen Afrika leben rund 1,1 Millionen Menschen (10 bis 19 Jahre) mit HIV/Aids. Junge Menschen sind anfällig für HIV-Neuansteckungen und stehen vor der Herausforderung mit ihrem HIV-Status umzugehen (Offenlegung, Safe Sex, Stigmatisierung, sichere Verhütung und Therapietreue). Eine qualitativ gute Prävention und Behandlung ist der kostengünstigste Weg, um die Epidemie zu stoppen und den Trend umzukehren. Durch die Förderung sicherer Schulen sowie jugendfreundlicher Gesundheitsdienste und Sozialschutzsysteme befähigt die DEZA junge Menschen, sich selbst und andere zu schützen und die Therapievorschriften einzuhalten, so dass sie weiterleben und Neuansteckungen vorbeugen können. Die DEZA engagiert sich auch für politische Massnahmen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte.

Dank den Sensibilisierungsprogrammen der DEZA liessen sich 2018 rund 500’000 junge Menschen testen, und über 2 Millionen suchten einen jugendfreundlichen Gesundheitsdienst auf. Durch die Unterstützung der SADC trägt die DEZA zur Übernahme von ‘sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte’ förderlichen Politiken bei (z. B. SADC-Mustergesetz zur Bekämpfung von Kinderehen und zum Schutz von bereits verheirateten Kindern).

Gesundheit – Ein Schlüsselfaktor der Entwicklung

Gender, Gouvernanz und Klimawandel

Neben der Ernährungssicherheit und der HIV-Bekämpfung setzt sich die Schweiz auch für andere wichtige Themen wie Anpassung an den Klimawandel, gute Regierungsführung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Das Programm unterstützt Gouvernanzprozesse, so dass Frauen und Männer vermehrt an Entscheidungsprozessen teilhaben können und einen besseren Zugang zu Dienstleistungen erhalten. Im Bereich der Gesundheit und der Ernährungssicherheit fördert die DEZA Ansätze, die den spezifischen Bedürfnissen von Frauen und Männern Rechnung tragen. Junge Menschen sind die Zielgruppe für HIV/SRHR und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft. Die Themen Wasser und bessere Ernährung sind in alle Programme integriert.

Gouvernanz

Gender

Klimawandel

Humanitäre Hilfe

Soforthilfe

Die DEZA leistet Unterstützung bei den zahlreichen natürlichen oder von Menschen verursachten Katastrophen im südlichen Afrika.

Humanitäre Hilfe

Geschichte der Zusammenarbeit

Vom Ende der Apartheid zu einer regionalen Vision

Nach dem Ende des Apartheid-Regimes lancierte die DEZA 1995 ein Spezialprogramm für Südafrika mit den Schwerpunkten Konfliktprävention und Armutsbekämpfung. Im Jahr 2005 erlangte Südafrika den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen und zählt seither zu den Schwerpunktländern des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Parallel dazu entwickelte die DEZA eine stärker regional ausgerichtete Strategie und dehnte ihre Tätigkeiten auf weitere SADC-Länder aus.

Infolge einer schweren humanitären Krise in Simbabwe eröffnete die DEZA 2008 ein Büro in Harare. Ein Nothilfeprogramm wurde aufgegleist und gleichzeitig wurde ein Kooperationsprogramm mit Fokus auf den Themenbereichen HIV/Aids, ländliche Entwicklung und gute Regierungsführung in weiteren Ländern der Region umgesetzt. Anfang 2016 wurde das Regionalbüro der DEZA von Pretoria nach Harare verlegt.

Aktuelle Projekte

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Youth-Inclusive Rural Finance (YIRF)

15.09.2024 - 14.09.2028

Millions of Tanzanian young people living in rural areas, in particular young women, are affected by vulnerable employment. Building on successful Swiss experience in youth employment, this initiative aims at increasing gainful self-employment through enhanced financial inclusion. It will support the design, market entrance and upscaling of innovative digital financial products and services tailored to rural youth, including female youth. In order to ensure scale and sustainability, a partnership with the private sector will be developed.


Promoting Social Entrepreneurship in selected countries

01.08.2021 - 28.02.2026

This regional program with national implementation components supports Social Entrepreneurs (SEs) contributing to solving societal and environmental problems with a market-based approach. The contribution identifies and supports selected SEs and helps them to reach out to the poor. It serves the creation of employment and income for low-income households improving their livelihoods. SEs use innovative ideas and business models that are well-aligned with SDC’s objectives of poverty reduction.


Youth Engagement in Democratic Governance and Socio-economic Development in Africa

15.04.2019 - 30.04.2021

Africa has the youngest population globally. While this is an unparalleled opportunity for growth and innovation, it may also fuel instability and violence. Young people in Africa need more capacities to use their potential as drivers of peaceful changes. With African and COMESA, SDC seeks to contribute to current continental, regional and national efforts to create an enabling environment for youth engagement in democratic processes , in line with the CH interest of contributing to the prevention of violent extremisms and supporting economic partnerships in Africa


Geplantes Projekt

Scaling-up youth employment in agriculture initiative

01.01.2019 - 31.07.2030

The contribution will support the scaling-up of a successful youth (self)-employment initiative across the Southern African Development Community (SADC) region. The use of a model combining well-targeted skills training, capacity building and support to enter formal and informal economies will enhance youth employment in agriculture. Building on Switzerland’s established relationship with SADC and its recognised technical and vocational training expertise, Switzerland plays a key role in facilitating this work at regional level.


Programmbeitrag Biovision 2019-2020

01.01.2019 - 31.12.2020

Biovision unterstützt Wandel in Richtung nachhaltiger Nahrungssysteme. Sie fokussiert auf die Förderung innovativer agrarökologischer Lösungen für Subsahara-Afrika (SSA) und schafft die Grundlage für einen Politikdialog auf nationaler/internationaler Ebene. Gemeinsam mit dem CDE hostet Biovision das Sustainable Development Solutions Network Switzerland und trägt damit zum Kernthema «Ernährungssicherheit und ökologische Landwirtschaft» zur Umsetzung der Agenda 2030 auf internationaler/nationaler Ebene bei.


Scaling Up Youth Employment in Agriculture Initiative

01.08.2018 - 30.06.2023

Education systems in Southern Africa do not prepare youth for work; they cannot access or create economic opportunities and ignore the available options. The project will scale up in Southern Africa a model already tested by Switzerland in Tanzania. It will improve (self)-employment of 20’000 young women and men in Zimbabwe and Zambia by strengthening their skills and matching them with existing job opportunities, thereby contributing to the implementation of youth policies in-country and regionally.


Promoting Social Entrepreneurship in selected countries

01.07.2017 - 31.07.2021

This regional program with national implementation components is a private-public-development-partnership (PPDP) supporting Social Entrepreneurs (SEs) contributing to solving societal and environmental problems with a market-based approach. The contribution identifies and supports selected SEs and helps them to reach out to the poor. It serves the creation of employment and income for low-income households improving their livelihoods. SEs use innovative ideas and business models that are well-aligned with SDC’s objectives of poverty reduction.


Strengthening the legislative in Africa through an institutional partnership with AWEPA

15.04.2016 - 15.04.2020

A travers un partenariat institutionnel avec AWEPA, la DDC contribue à promouvoir la paix et la stabilité dans les Grands Lacs en renforçant les capacités des institutions législatives et en soutenant les échanges entre parlementaires de la région, européens et suisses. Le Forum des parlementaires de la CIRGL[1], qui sert de pont avec les parlements nationaux dans la mise en œuvre, manque encore de capacités. Ce projet contribue au renforcement du Forum et à la mise en œuvre du Pacte[2] et permet une promotion de la bonne gouvernance au plus haut niveau.  

[1] Conférence Internationale pour la région des Grands Lacs, mis en place en 2000 par 11 pays de la région pour la médiation, la prévention et le règlement des conflits. 

[2] Pacte pour la paix, la sécurité, la stabilité et le développement signé par les 11 pays membres de la CIRGL.

 

 


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