Mongolei

Die Schweiz leistet einen Beitrag an eine stärkere Bürgerbeteiligung, an den Einbezug der Zivilgesellschaft in die Politikgestaltung und an einen besseren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen. Sie unterstützt die arme Bevölkerung in ländlichen und stadtnahen Gebieten durch Programme im Bereich Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie Beschäftigung und Berufsbildung.

Karte der Mongolei
© EDA

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 erlebte die Mongolei soziale und wirtschaftliche Veränderungen, die in eine erfolgreiche Transition hin zu einem demokratischen Mehrparteiensystem und zur Marktwirtschaft mündeten. Das Land erzielte Fortschritte bei der Armutsreduktion, unter anderem dank des bis 2013 anhaltenden Booms im Bergbau. Danach verzeichnete es wieder Rückschläge. So stieg die Armut von 21,6 % im Jahr 2014 auf 29,6% im Jahr 2016. Die Mongolei verfügt über umfangreiche Bodenschätze und damit die Chance, innerhalb einer Generation aus eigenen Kräften zu einer Industrienation aufzusteigen. Doch eine solch rasche Entwicklung birgt auch soziale und wirtschaftliche Risiken, namentlich wenn sie traditionelle Lebensformen, soziale Hierarchien und den Zugang zu Ressourcen in Frage stellt.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Bessere Lebensbedingungen für Kleinbauern und Viehzüchter

Durch gesteigerte Produktivität in Land- und Viehwirtschaft, einen erleichterter Zugang zu Märkten und der Verminderung von Produktionsrisiken trägt die DEZA mit einem breiten Projektportfolio zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die ländliche Bevölkerung bei. Beispiele solcher Projekte sind die Förderung des Kartoffelanbaus oder eine Viehversicherung, welche die DEZA zusammen mit der Weltbank finanziert. Über 16'000 Hirtenhaushalte haben ihre Nutztiere versichert und sind so wirksam gegen einen Totalausfall ihrer Lebensgrundlage geschützt.

Die DEZA setzt einen klaren Fokus auf die Stärkung von kollektiven Organisationsformen, wie Hirtenkooperativen, und des Unternehmertums. Seit 2004 unterstützt sie die Hirten in der Organisation eines nachhaltigen Weidelandmanagements. Das Resultat sind über 60'000 Hirtenfamilien, welche sich in 680 Weidelandgruppen und 50 Hirtenkooperativen organisiert haben und so mehr Einkommen generieren.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Berufsbildung

Berufsbildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die Schweiz will die Arbeitsmarktfähigkeit von Frauen und Männern im ländlichen Raum durch Berufsbildung verbessern. Die DEZA trägt zur Verbesserung der Qualität und des Rufs der Berufsbildung bei, indem sie die Schulleitung und das Lehrpersonal weiterbildet, den Lehrplan für ausgewählte Berufe anpasst und moderne Geräte und Werkzeuge zur Verfügung stellt. Mehr als 10 Schulen und rund 11’000 Personen profitierten von dieser Zusammenarbeit. Dank Partnerschaften mit den Behörden und dem Privatsektor ist die Berufsbildung auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts ausgerichtet. Zielpublikum sind in erster Linie Hirten in mittlerem Alter und ehemalige Hirten, die im formellen Bildungssystem keine Aufnahme finden. Auf Sekundarstufe wurde der Lehrplan an die Bildung für nachhaltige Entwicklung angepasst und in allen 628 mongolischen Schulen gemäss Ministerbeschluss umgesetzt.

Grundbildung und Berufsbildung

Staatsreformen, lokale Gouvernanz und Bürgerbeteiligung

Dezentralisierung und Bürgerbeteiligung

Die DEZA trägt zur Verbesserung des Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen auf lokaler Ebene bei, zur Steigerung deren Qualität, zur Stärkung des Einbezugs der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse sowie zur Anpassung des rechtlichen Rahmens für die lokale Gouvernanz. Mitglieder von Provinz- und Gemeinderegierungen erwerben dank den DEZA-Projekten die nötigen Kompetenzen für die Wahrnehmung neuer Aufgaben im Steuer-, Politik- und Verwaltungsbereich. Die DEZA unterstützte die Einführung von 45 zentralen Anlaufstellen (one-stop shops) auf subnationaler Ebene, die eine Reihe von öffentlichen Dienstleistungen anbieten. Die Regierung richtete über 150 solche Anlaufstellen ein, die sich selber finanzieren. An Pilotstandorten führte die DEZA im Kleinbergbau Projekte durch, die zu einer Anerkennung dieses Sektors und folglich auch zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen geführt haben. Der Kleinbergbau ist heute rechtlich anerkannt. Registrierte Kleinbergbauarbeiter profitieren von sozialen und öffentlichen Dienstleistungen. Das durchschnittliche Einkommen stieg zwischen 2014 und 2016 um 67%.

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Gleichstellung von Frau und Mann

Die DEZA bezieht die Geschlechtergleichstellung in alle ihre Projekte in ihren drei Schwerpunktbereichen ein. Sie unterstützt einen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen und Wissen, eine ausgewogene Teilnahme an Projekt- und Entscheidungsprozessen. Ausserdem wurde 2016 eine umfassende Kampagne zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt lanciert, die in der Mongolei ein grosses Problem darstellt.

Geschlechtergleichstellung

Herangehensweise und Partner

Mongolische, schweizerische und internationale Umsetzungspartner, NGO auf nationaler und subnationaler Ebene, UNO-Organisationen und internationale Finanzinstitutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Privatsektor. Im Bereich Politikgestaltung und Dialog setzt sich die Schweiz für den Aufbau von Bündnissen und gemeinsame Geberpositionen ein.

Geschichte der Zusammenarbeit

Die Schweiz arbeitet seit 2001 mit der Mongolei zusammen. Sie leistete humanitäre Hilfe für die Hirten, die wegen extremen Wetterbedingungen alle oder einen Teil ihrer Tiere verloren hatten. 2004 wurde das humanitäre Programm in ein Entwicklungsprogramm überführt. Gemäss Kooperationsstrategie 2018–2021 ist die Schweiz in der Mongolei in drei Bereichen tätig. Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, Grundbildung und Berufsbildung sowie gute Regierungsführung.

 

Aktuelle Projekte

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Mainstreaming Social Accountability in Mongolia (MASAM)

social-accountability

01.05.2015 - 30.04.2020

The project aims to mainstream social accountability for more transparent, accountable and effective public resource management at national and local levels by (1) increasing the capacity of CSOs to hold government to account; and (2) strengthening the institutionalization of social accountability by improving the effectiveness, formalization and sustainability of disclosure and participation mechanisms. Through social accountability, citizens in poor localities will have increased access to public decision-making processes and quality services.


Governance and Decentralisation Programme Phase II (GDP II)

01.04.2015 - 31.12.2019

Governance and Decentralisation Programme Phase II (GDP II) aims to support Mongolia’s decentralisation reform process by fostering local governments which are empowered, democratic, and accountable to citizens, and which provide sustainable services responding to citizens’ needs. GDP II is working in close collaboration with Mongolian counterpart organizations to strengthen national ownership. The programme is expected to have a nationwide impact, benefitting all local governments as well as citizens (men and women) of Mongolia. A pro-poor and gender equality focus is explicitly mainstreamed in the programme’s design and its results framework.


Third Sustainable Livelihoods Project (SLP3)

01.09.2012 - 30.06.2020

The Third Sustainable Livelihoods Project (SLP3) aims to foster improved rural local governance and effective service provision by building capacity and institutionalizing community participation in the planning and delivery of priority investments. It will do so by supporting the implementation of the new Integrated Budget Law (IBL), which is the centrepiece of the government’s decentralization reform process. SLP3 will provide essential training, development and performance grants to all 330 soums and benefit 40% of Mongolia’s population.

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