Nachhaltiger Zugang zu klimafreundlicher und bezahlbarer Energie (Energising Development)

Projekt abgeschlossen
Drei Kinder sitzen auf dem Boden und lernen
Eine bessere Beleuchtung in Haushalten erleichtert Kindern das Lernen. © José Luis Munguía © José Luis Munguía

Rund 18% der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Energie, obwohl dieser für eine nachhaltige Entwicklung und Armutsreduktion essentiell ist. Die DEZA unterstützt das Projekt «Energising Development» (EnDev). Ziel ist, bis 2018 rund 15 Millionen Menschen in Entwicklungsländern nachhaltigen Zugang zu Energie zu gewährleisten.

Land/Region Thema Periode Budget
Weltweit
Klimawandel & Umwelt
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Schutz der Biosphäre
Schaffung von Arbeitsplätzen
01.11.2012 - 31.12.2017
CHF 9'000'000

Ein nachhaltiger Zugang zu modernen und klimafreundlichen Energiedienstleistungen beeinflusst das Leben von Menschen in Entwicklungsländern auf vielfältige Weise positiv: Stehen z.B. effiziente Kochherde zur Verfügung, muss weniger Feuerholz gesammelt werden, was oft Aufgabe von Frauen und Mädchen ist. Zudem ist die Luftverschmutzung in den Häusern geringer. Eine bessere Beleuchtung reduziert Gesundheitsrisiken und erleichtert Kindern das Lernen. Ausserdem erhöht eine funktionierende Energieversorgung die Produktivität und die Qualität von Dienstleistungen, unter anderem im Gesundheits- und Bildungsbereich.

Nichtsdestotrotz haben noch immer 1,3 Milliarden Menschen (rund 18% der Weltbevölkerung) keinen Zugang zu Elektrizität und 2,6 Milliarden Menschen zu moderner Koch- und Heizenergie. Über 95% dieser Menschen leben in Subsahara-Afrika oder Asien und 84% davon leben in ländlichen Gebieten. Die DEZA unterstützt deshalb das Projekt «Energising Development» (EnDev). EnDev ist eine Partnerschaft aus sechs Ländern, die das Ziel verfolgt, bis 2018 rund 15 Millionen Menschen in Entwicklungsländern nachhaltigen Zugang zu Energie zu gewährleisten. Im Rahmen des Projekts werden Aktivitäten in mehr als 20 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen in Asien, Lateinamerika und Afrika umgesetzt. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2005 haben bereits13,9 Millionen Menschen Zugang zu modernder Energie erhalten. Damit ist das Ziel,15 Millionen Menschen an die moderne Energieversorgung anzuschliessen beinahe erreicht, weshalb über eine neue Finanzierungsdauer und eine Zielerhöhung diskutiert wird.

Lokale Energiemärkte schaffen

EnDev unterstützt Massnahmen zur Bereitstellung von Energie für Haushaltsgeräte zur Information und Kommunikation, z.B. Telefone und Computer, sowie für Geräte zum Kochen und Heizen. Zudem wird durch das Projekt Energie für soziale Institutionen wie Schulen, Krankenhäuser und Gemeinschaftszentren sowie für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die Aktivitäten von EnDev fokussieren sich auf Energiedienstleistungen, die verlässlich, bezahlbar, sozialverträglich und umweltfreundlich sind.

Der Auswahlprozess für Massnahmen und Projekte, die von EnDev unterstützt werden, verbindet Wettbewerb mit der Analyse von Bedürfnissen. Die langfristige Nachhaltigkeit der Massnahmen ist dabei das Hauptauswahlkriterium. Die Beteiligung und Eigenverantwortung der lokalen Bevölkerung ist ein weiterer wichtiger Pfeiler. Das Ziel sind Energiemärkte, an denen die Haushalte bezahlbare Energiedienstleistungen beziehen können. Haushalte sollen nicht nur einmalig mit Energie versorgt werden, sondern ihren eigenen Bedarf selber erkennen und diese zu fairen Preisen langfristig erstehen. Durch diesen Wettbewerbs- und Marktansatz  kann EnDev gut funktionierende Aktivitäten schnell auf weitere Regionen oder Länder ausweiten und Gelder flexibel umverteilen – je nach Leistung und Erfolg der Massnahmen.

Wichtiger Beitrag für die Erreichung globaler Energieziele

Im Rahmen eines Pilotprojekts baute EnDev z.B. Wasserkraftwerke in Dörfern in der Sidama Zone im südlichen Äthiopien. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Regierung koordinierte EnDev den Bau der Wasserkraftwerke und Stromnetze und bildete lokale Mechanikerinnen und Mechaniker sowie Technikerinnen und Techniker aus. Die lokalen Gemeinschaften betreuten das System selbst, zogen neue Kunden an und setzten die Regelungen und Strompreise fest. Somit wurde ein nachhaltig funktionierender und für alle beteiligten Haushalte zugänglicher Strommarkt geschaffen. Basierend auf den Erfolgen des Pilotprojekts wird die Regionalregierung Sidamas das Konzept auf weitere Ortschaften in der Region ausweiten.

Mit der Unterstützung von EnDev leistet die DEZA einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der UN-Initiative «Sustainable Energy for All» (SE4All), die 2011 von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon ins Leben gerufen wurde. Mit SE4All soll Energie als zentraler Bestandteil der globalen Entwicklungsagenda etabliert werden. Bis 2030 stehen drei miteinander verknüpfte Ziele im Zentrum: Universeller Zugang zu modernen Energiedienstleistungen, Verdoppelung der Energieeffizienz und Verdoppelung des Anteils der erneuerbaren Energien im globalen Energiemix.