Bilaterale Beziehungen

Angesichts der Völkerrechtsverletzungen, die seit Beginn der Krise in Syrien begangen worden sind, haben Staaten wie die Schweiz reagiert, insbesondere mit Wirtschaftssanktionen und diplomatischen Massnahmen. Die Schweizer Botschaft in Damaskus wurde 2012 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Von Reisen nach Syrien wird wegen der mangelnden Sicherheit entschieden abgeraten.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Angesichts der äusserst ernsten Lage in Syrien setzt sich die Schweiz dafür ein, das Leiden der Bevölkerung zu mildern, dem Völkerrecht Nachachtung zu verschaffen und zu einer gerechten und dauerhaften politischen Lösung beizutragen. Im Rahmen ihrer humanitären und friedensfördernden Politik und als Gaststaat pflegt die Schweiz Kontakte mit den syrischen Behörden.

Bilaterale Abkommen

Massnahmen gegenüber Syrien

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Angesichts der politischen und humanitären Lage in Syrien ist die Schweiz auf mehreren Ebenen rasch und entschlossen aktiv geworden:

  • Sie ruft alle Parteien zur Einhaltung des Völkerrechts auf, verurteilt dessen straflos bleibende Verletzungen und unterstützt die Arbeit der Ermittlungskommission des Menschenrechtsrates.
  • Sie unterstützt konkret das Vorgehen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) bei der Feststellung des Sachverhalts (Labor Spiez) und bei der Vernichtung der Chemiewaffen sowie die Bemühungen des Sondergesandten der UNO und der Arabischen Liga, u.a. im Bereich der Ausbildung von Delegierten der Opposition für die Konferenz Genf 2.
  • Sie leistet humanitäre Hilfe und nimmt Flüchtlinge auf

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz trägt zur humanitären Hilfe in Syrien und in den Nachbarländern bei, und zwar mit Geld- und Sachspenden an die Hilfsorganisationen, durch direktes bilaterales Handeln und durch Entsendung technischer Experten an UNO-Organisationen. Die Schweiz hat sich bereit erklärt, ein Flüchtlingskontingent des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge aufzunehmen (500 Personen über 3 Jahre).

Die Schweiz leistet Beiträge an das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, UNRWA) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Beide Organisationen unterstützen palästinensische Flüchtlinge, die nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 geflohen waren, unter anderem nach Syrien.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Schweizerinnen und Schweizer in Syrien

Ende 2013 lebten 137 Schweizer Staatsangehörige in Syrien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Syrien entwickelten sich schon früh. Die Seidenstrasse führte über Syrien und verband den Nahen, Mittleren und Fernen Osten mit Europa. Im 19. Jahrhundert trieben Schweizer Textil- und Chemieexporte nach Syrien sowie Textilimporte aus Syrien den Handel an. Schweizer Händler liessen sich in Aleppo nieder; die Stadt war eine Drehscheibe zwischen Okzident und Orient.

Syrien erlangte 1941 die Unabhängigkeit; die Schweiz anerkannte die neue Republik 1945. Von 1946 bis 1958 war die Schweiz in Damaskus durch eine Kanzlei vertreten, danach durch ein Generalkonsulat, das 1962 zur Botschaft aufgewertet wurde. Seit 2007 führt sie überdies in Aleppo ein Honorarkonsulat. Die DEZA eröffnete 2005 in Damaskus ein Büro, das seit 2010 dem regionalen Kooperationsbüro in Amman unterstellt ist. Syrien vertritt seine Interessen durch die syrische Botschaft in Paris sowie durch das syrische Generalkonsulat in Genf.

Infolge der gewaltsamen Ereignisse seit 2011 haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern erheblich verändert: Die offiziellen Beziehungen haben sich abgekühlt und sind durch ein starkes humanitäres Engagement abgelöst worden.

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz