Wiederaufbau vernachlässigter Dörfer im Südosten von Myanmar

Projekt abgeschlossen
Eine Krankenschwester empfängt Patientinnen und Patienten am Eingang eines Gesundheitszentrums.
Infrastruktureinrichtungen zugunsten der Dorfbevölkerung im Südosten von Myanmar, wie hier ein Gesundheitszentrum. © DEZA Aung Htay Hlaing

In Myanmar sind Dörfer an der Grenze zu Thailand seit Jahrzehnten Konflikten ausgesetzt. Aufgrund ihrer geografischen Abgeschiedenheit und weil sie immer noch häufig von alteingesessenen, bewaffneten ethnischen Gruppen beherrscht werden, können die staatlichen Behörden hier kaum etwas bewirken. Die dortige Bevölkerung muss mit einer mangelhaften Infrastruktur auskommen. Die DEZA setzt sich mit den betroffenen Gemeinschaften und anderen Partnern für eine gesicherte Grundversorgung ein. Dabei arbeitet sie in erster Linie mit jungen Menschen in der Region zusammen.

Land/Region Thema Periode Budget
Myanmar
Konflikt & Fragilität
Bildung
Gesundheit
Konfliktprävention
Bildungseinrichtungen und Ausbildung
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
01.09.2013 - 14.08.2017
CHF 5'091'000

Seit Jahrzehnten herrscht in Myanmar Gewalt, insbesondere im Grenzgebiet zu Thailand. Im Südosten des Landes hat die Regierung mit den bewaffneten ethnischen Gruppen zwar mehrere Waffenstillstände vereinbart, die Friedensverhandlungen haben jedoch noch nicht begonnen und die Region ist noch immer nur teilweise unter staatlicher Kontrolle. Aufgrund der geringen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ist auch die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen beeinträchtigt. Es gibt gravierende Mängel im Gesundheitswesen, bei der Wasser- und sanitären Grundversorgung, im Bildungswesen und im Strassennetz.

Zur Verbesserung dieser Situation hat die DEZA Ende 2012 in Absprache mit der Regierung und den bewaffneten ethnischen Gruppen ein Wiederaufbauprojekt in 89 abgelegenen Dörfern im Mon- und im Kayin-Staat sowie in der Tanintharyi-Division lanciert. Die DEZA arbeitet dabei mit den lokalen Gemeinschaften und den Organisationen ActionAid UK, Norwegischer Flüchtlingsrat (NRC) sowie Knowledge and Dedication for Nation-Building (KDN) zusammen.

Die Aktivitäten der DEZA konzentrieren sich auf 29 vernachlässigte Dörfer im Mon-Staat. Die Koordination der Einsätze erfolgt über das DEZA-Büro in Mawlamyine, zu dem rund 40 lokale Mitarbeitende gehören, darunter Ingenieure und Sozialarbeiter. Technische Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) sind ebenfalls im Einsatz.

Partizipativer Ansatz

Die Dorfbewohner können im Rahmen des Projekts ihren eigenen Entwicklungsplan ausarbeiten. Sie treffen sich in einem Ausschuss und besprechen Projektideen. Sobald die Bewohner Projekte gutgeheissen haben, beginnen sie mit der Ausführung. Jeden Monat wird der  Stand der Arbeiten besprochen. Fachpersonen der DEZA begleiten den gesamten Prozsss, unterstützen und beraten.

Junge engagieren sich für ihre Dorfgemeinschaft

In jedem Dorf wird eine junge Frau oder ein junger Mann bestimmt, um den Austausch zwischen der Gemeinschaft und der DEZA zu gewährleisten. Für diese Aufgabe werden die jungen Dorfbewohner geschult, namentlich im Hinblick auf die Ausarbeitung eines Entwicklungsplans, Methoden zur Prioritätensetzung sowie auf die Beurteilung von Chancen und Risiken der jeweiligen Projekte. Die Schulung umfasst auch die Vermittlung von Grundkenntnissen im Bereich der kommunalen Entwicklung. So werden beispielsweise Aspekte wie Gleichstellung der Geschlechter, Dialog zwischen Gemeinschaften oder Hygiene behandelt.

Erste Resultate

Bei den Schwerpunktthemen der DEZA sind bereits bedeutende Veränderungen erkennbar.

Rund ein Dutzend Schulen werden zurzeit mit neuem Mobiliar, neuen Toiletten und Wasserleitungen ausgestattet. In drei Dörfern sind Gesundheitszentren im Entstehen. Andere Gemeinschaften haben entschieden, die vorhandenen Wasserreservoirs auszubauen oder ein System für die Wasserzufuhr von den Bergen bis ins Dorf zu bauen. Auch Brunnen und Strassen wurden bereits gebaut.