Stipendien für Forschungsaufenthalte in der Schweiz

Projekt abgeschlossen

Das Stipendienprogramm „Scientific Exchange Programme between the New Member States and Switzerland“, kurz Sciex-NMS.ch, ermöglicht Doktorienden und Post-Doktorierenden aus den neuen EU-Mitgliedstaaten einen befristeten Forschungsaufenthalt in der Schweiz. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von 47 Millionen Schweizer Franken ist offen für Forschende aus den zwölf neuen Mitgliedstaaten ausser Malta und Zypern.

Land/Region Thema Periode Budget
Lettland
Wirtschaftswachstum fördern und Arbeitsbedingungen verbessern
Forschung und Entwicklung
01.04.2009 - 31.12.2016
CHF 2'283'788

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Das Sammeln von Erfahrungen an verschiedenen Forschungsinstituten auch im Ausland stellt oft einen notwendigen Schritt zu einer erfolgreichen Habilitation und einer akademischen Laufbahn dar. Vielen Akademikerinnen und Akademikern aus den neuen EU-Mitgliedstaaten bleibt es jedoch verwehrt, ihre Forschungsarbeiten im Ausland voranzutreiben oder abzuschliessen, weil die Lebenshaltungskosten hierzulande zu hoch sind. Das Stipendienprogramm Sciex-NMS.ch ermöglicht jungen Forschenden einen Forschungsaufenthalt an einer Schweizer Universität.

Internationale Forschungszusammenarbeit – ein gegenseitiger Gewinn

Durch den Aufenthalt in der Schweiz sollen die individuellen Kompetenzen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und der akademische Austausch gefördert und gemeinsam zukunftsweisende Forschungsansätze entwickelt werden. Die Schweiz bringt dabei ihre Stärken im Bildungs- und Forschungsbereich ein und festigt gleichzeitig den Kontakt zu akademischen Netzwerken in den neuen EU-Mitgliedstaaten. Voraussetzung für einen Stipendienantrag ist nämlich eine Partnerschaft zwischen der Heim- und der Gastuniversität.

Von Solarzellen und invasiven Pflanzen – angewandte Forschung dank Sciex-NMS.ch

Insgesamt wird das Programm, welches 2009 gestartet wurde und noch bis 2016 dauern wird, in etwa 460 Akademikerinnen und Akademiker unterstützen. Die ersten ausgewählten Forschenden sind bereits wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Ein Post-Doktorand, der mit Hilfe des Stipendienfonds einen Forschungsaufenthalt an einer Schweizer Hochschule absolvierte, war Edvinas Orentas (30) aus Litauen. Er forschte während anderthalb Jahren an der Universität Genf. Konkret befasste sich Herr Orentas mit Solarenergie und der Forschungsfrage, wie effiziente Solarzellen schnell, konsumfreundlich und billig hergestellt werden können.

Auch Petr Dostal (37) aus Tschechien verbrachte im Rahmen seiner Post-Doktoranden-Tätigkeit ein Jahr in der Schweiz, und zwar am Institut für Biologie in Bern. Seine Forschungstätigkeit umfasste die Kombination der schweizerischen und tschechischen Datenbank von invasiven Pflanzenarten und dient in diesem Bereich als Grundlagenforschung für beide Länder.

Produktionsfaktor Humankapital: Zusammenarbeit von schweizerischen mit ausländischen Hochschulen

Die Partnerländer profitieren durch das Stipendienprogramm schliesslich von einem Zuwachs des wichtigen Produktionsfaktors Humankapital. Zudem werden Netzwerke in zahlreichen Forschungsgebieten aufgebaut, ausgeweitet und auf längere Zeit gefestigt – ein Vorteil auch für den Forschungsplatz Schweiz. Oft werden die institutionellen Partnerschaften über den Stipendienaufenthalt hinaus weitergeführt.

Die maximale Aufenthaltsdauer an einer Schweizer Universität ist dabei auf zwei Jahre angesetzt. Hier wurde bewusst eine Obergrenze eingefügt, um die Bindung der Forschenden an ihre Heimuniversität nicht abreissen zu lassen. Dieses Stipendienprogramm soll den Wissenstransfer in die betroffenen Länder unterstützen und nicht zum sogenannten „Brain-Drain“, der Abwanderung von Wissen, beitragen.

Durch das Stipendienprogramm werden somit:

  • gegen 460 Akademikerinnen und Akademiker aus den neuen EU-Mitgliedstaaten einen Forschungsaufenthalt an einer Schweizer Hochschule absolvieren können.

  • die Beziehungen von Schweizer Hochschulen mit Hochschulen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten gefördert und intensiviert.

  • die Forschungskompetenzen von jungen Akademikerinnen und Akademikern aus den neuen EU-Mitgliedstaaten gefördert sowie der Forschungsstandort der Länder selbst gestärkt

  • Für die Programmkoordination ist die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) zuständig. Die Umsetzung erfolgt durch die Zusammenarbeit von ausländischen mit schweizerischen Hochschulen und den verantwortlichen Mentoren (Professoren).

Für die Programmkoordination ist die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) zuständig. Die Umsetzung erfolgt durch die Zusammenarbeit von ausländischen mit schweizerischen Hochschulen und den verantwortlichen Mentoren (Professoren).