Gültig am:
Publiziert am: 23.09.2020

Die folgenden Kapitel sind angepasst worden: Aktuelles, Kriminalität (Vermeiden gewisser Viertel Port-au-Prince, Maritime Piraterie), Naturbedingte Risiken, Medizinische Versorgung (Vorschusszahlung). Weiterhin gültig: Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen wird abgeraten.


Reisehinweise für Haiti

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

NEUES CORONAVIRUS (COVID-19):

Der Bundesrat empfiehlt, weiterhin wenn möglich auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten.

Beachten Sie den Fokus neues Coronavirus (Covid-19)

SCHWEIZ
Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat verfügt, dass Personen, die aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in die Quarantäne müssen. Beachten Sie die Liste des BAG, die regelmässig angepasst wird. 
BAG: Quarantänepflicht für Einreisende in die Schweiz

AUSLAND
Noch bestehen zahlreiche Einreisebeschränkungen (Einreiseverbot, Quarantäne, Gesundheitsnachweis etc.). Auch innerhalb der einzelnen Staaten gibt es Massnahmen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, z.B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Erkundigen Sie sich vor Auslandreisen bei den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Botschaften und Konsulate) über die aktuell gültigen Transit – und Einreisevorschriften und anderen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuen Coronavirus. Befolgen Sie vor Ort die Anweisungen der lokalen Behörden.
ausländische Vertretungen in der Schweiz

Aktuelles

Neues Coronavirus (COVID-19)

Beachten Sie die Empfehlungen des Bundesrates und weitere Informationen im
Fokus neues Coronavirus (COVID-19)
.

Frustrationen der Bevölkerung über die von der Regierung verordneten Massnahmen führen zu Unruhen. Die zunehmende Arbeitslosigkeit und Armut hat einen Anstieg von Kriminalität zur Folge.

Um die Verbreitung des neuen Coronavirus (COVID-19) einzudämmen, verfügen immer mehr Staaten Einreise- und Ausreiserestriktionen sowie Reisebeschränkungen innerhalb des Landes. Die Vorschriften ändern laufend.

Für die aktuell gültigen Vorschriften in Haiti, beachten Sie die Informationen der zuständigen Behörden in Haiti und wenden Sie sich bei Fragen an die
Botschaft von Haiti in Paris

Ministère de la Santé Publique et de la Population

Auskunft über die Verkehrsverbindungen erteilen die zuständigen Gesellschaften und Reisebüros.

Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen des
Bundesamtes für Gesundheit BAG

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen. 

Grundsätzliche Einschätzung

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Haiti wird abgeraten, einschliesslich individueller humanitärer Reisen ohne lokale Verbindungspersonen.

Die sozialen und politischen Spannungen sind sehr hoch. Frustrationen der Bevölkerung manifestieren sich regelmässig durch Demonstrationen, Strassenblockaden und Streiks. Die Treibstoffversorgung ist nicht immer überall gewährleistet.

Demonstrationen und selbst geringfügige Ereignisse können im ganzen Land unerwartet in Akte der Gewalt eskalieren; es kann zu gewaltsamen Unruhen, Strassenblockaden und gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften kommen. Sachbeschädigungen und Plünderungen kommen vor, auch von Hotels und Privathäusern. Es besteht die Gefahr, dass die Sicherheitskräfte solche Aktionen gewaltsam auflösen.

Ausserdem kommt es zu Entführungen und zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden sowie zwischen den Banden und den Sicherheitskräften. Dabei sind immer wieder Todesopfer und Verletzte zu beklagen. Zum Beispiel haben Kriminelle Ende Februar 2020 eine französische Hilfswerkmitarbeiterin in Port-au-Prince entführt. Mitte November 2018 sind drei Touristen auf dem Weg zum Flughafen durch Schüsse auf ihren Bus verletzt worden.

Im Falle von Unruhen, Strassenblockaden und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Port-au-Prince hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Generell muss vor und während Wahlen sowie unmittelbar nach Bekanntgabe von Wahlresultaten landesweit mit Demonstrationen und anderen Zwischenfällen gerechnet werden, welche den Verkehr beeinträchtigen könnten. Gewalttätige Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften können dabei nicht ausgeschlossen werden.

Die öffentlichen Institutionen sind unzureichend. Die Sicherheitslage ist prekär und unberechenbar; die Zahl von Gewaltverbrechen ist hoch. Es kann nicht immer mit der Unterstützung durch die Polizei gerechnet werden.

Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Haiti reisen müssen, beachten Sie bitte die nachstehenden Hinweise und lassen grösste Vorsicht walten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Kundgebungen jeder Art, denn diese können in gewaltsame Ausschreitungen ausarten. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch. Bewaffnete Überfälle (auch mit Todesfolge), Auto- und andere Diebstähle sowie Einbrüche kommen im ganzen Land und zu jeder Tageszeit vor. Zum Beispiel wurde Ende November 2019 ein französisches Ehepaar nach der Ankunft in Port-au-Prince in seiner Unterkunft getötet.
Es kommt vor, dass Überfälle durch Personen in Polizeiuniformen verübt werden. Die Zahl der Mordfälle in den Elends- und Armenvierteln von Port-au-Prince nimmt zu.

Entführungen zwecks Lösegelderpressung kommen vor, oft mit Gewaltanwendung. Sie können sich auch gegen Ausländer richten. In der Gegend um den internationalen Flughafen von Port-au-Prince ist eine Zunahme von Überfällen auf Ausländer (auch haitianischen Ursprungs) zu verzeichnen.

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Lassen Sie Ihren Aufenthalt von einer ortskundigen Vertrauensperson organisieren und halten Sie sich strikt an deren Ratschläge und Anweisungen.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren Schmuck, teure Kameras etc.) auf sich.
  • Reisen Sie wenn möglich in Gruppen und ausschliesslich tagsüber. Selbst in den Städten ist es nicht ratsam, alleine unterwegs zu sein.
  • Verzichten Sie auf Besuche der zahlreichen Bidonvilles. Vermeiden Sie insbesondere folgende Viertel von Port- au-Prince, die weitgehend von kriminellen Banden kontrolliert werden: Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Cité Militaire und Jean-Marie Vincent.
  • Halten Sie die Autotüren verriegelt und die Fenster geschlossen.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.

In den Gewässern vor Haiti, insbesondere Hafenregion von Port-au-Prince, kommt es gelegentlich zu Piratenüberfällen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Der Strassenverkehr fordert jedes Jahr zahlreiche Todesopfer. Der schlechte Strassenzustand, die unvorhersehbare Fahrweise und die ungenügende technische Wartung vieler Autos erfordern höchste Konzentration von allen Verkehrsteilnehmern. Wegen der hohen Unfall- und Überfallgefahr wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Die Wasser-, Treibstoff- und Energieversorgung sowie das Mobiltelefonnetz funktionieren nur beschränkt, das Festnetz ist in hohem Masse funktionsgestört.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die Justiz- und Sicherheitsbehörden sind in vielen Fällen überfordert. Aufgrund des fehlenden Vertrauens in das Rechtssystem führt die Bevölkerung deshalb manchmal Lynchjustiz als Form von Volksjustiz aus. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Gefängnisstrafen zwischen 3 und 25 Jahren (oder mehr) geahndet. Die Untersuchungshaft kann sich über Monate hinziehen. Die Haftbedingungen sind äusserst prekär: mangelhafte Ernährung und hygienische Verhältnisse etc.

Naturbedingte Risiken

Haiti liegt in einem Erdbebengebiet. Tsunami, die durch Erd- und Seebeben in der Karibik ausgelöst werden, können auch Haiti erreichen.

In der Zeit vom Juni bis November muss mit Hurrikanen gerechnet werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der Behörden.
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

National weather service - Caribbean Tsunami Warning Program (CTWP)
National Oceanic and Atmosphere Administration (NOAA) – U.S. Tsunami Warning System

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Port-au-Prince. 

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in Port-au-Prince nur beschränkt und ausserhalb der Hauptstadt oftmals nicht gewährleistet. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen werden mit Vorteil im Ausland (USA oder Europa) behandelt. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung (Bargeld), bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter in Santo Domingo, Dominikanische Republik
Schweizer Botschaft in Port-au-Prince
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.