Verbesserung der Schultransporte im ländlichen Raum
Erleichterter Zugang zu Bildung für 9000 lettische Schülerinnen und Schüler
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Vor dem Hintergrund laubloser Wälder und schon winterlich brachliegender Felder waren sie kaum zu übersehen: Am 16. November 2010 zog ein Konvoi von 21 leuchtorangefarbenen Schulbussen die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer auf der Strasse von Riga nach Tukums auf sich. Die Busse waren auf dem Weg zur Übergabe an lettische Gemeinden und sind Teil des im Rahmen des Erweiterungsbeitrags von der Schweiz mitfinanzierten lettischen Projektes zur Verbesserung der Schultransporte in ländlichen Gebieten.
Projekt bereits Ende 2010 erfolgreich abgeschlossen
Die ersten Busse waren bereits am 29. und 30. September 2010 den drei Gemeinden Grobina, Talsi und Madona feierlich übergeben worden. Mittlerweile konnten alle 110 Schulbusse an insgesamt 59 Gemeinden ausgeliefert werden. Das Projekt konnte somit bereits erfolgreich abgeschlossen werden. In Zukunft werden rund 9000 in ländlichen, abgelegenen Gebieten wohnende Kinder von einem sicheren Schulweg profitieren.
Bislang hatten viele Schulkinder in abgelegenen und benachteiligten Gebieten Lettlands einen langen und teilweise gefährlichen Schulweg. So gab es in der Vergangenheit etliche Verkehrsunfälle sowie Fälle von Kindsentführungen. Gut funktionierende Schultransporte wurden deshalb als wichtig erachtet, doch den dafür zuständigen Gemeinden fehlten hierfür oft die Mittel. Die lettische Regierung hatte sich deshalb zur raschen Lancierung des Projekts "Verbesserung der Schultransporte im ländlichen Raum" entschlossen und dafür im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrages Mittel beantragt.
Populäres Projekt in der lettischen Bevölkerung
Die Massnahmen zur Verbesserung des ländlichen Schultransports in Lettland werden von der Schweiz mit insgesamt 13.8 Millionen Franken unterstützt und sind damit bezüglich Finanzvolumen das grösste schweizerisch-lettische Projekt.
Das Projekt ist in der lettischen Bevölkerung ausserordentlich populär und wurde mit der Finanz- und Wirtschaftskrise noch dringlicher. Die von den internationalen Gebern verlangten Reformen beinhalteten massive Einsparungen im Staatshaushalt: Die Regierung musste Schulen schliessen und Subventionen für den öffentlichen Verkehr beträchtlich kürzen, was zur Stilllegung von Buslinien in ländlichen Gebieten führte. Die strategische Schulkonzentration im weitläufigen Land brachte somit eine Kombination von längerem Schulweg und der Abschaffung einiger öffentlicher Transportlinien mit sich. Dies verunmöglichte vielen Schulkindern in den ländlichen Gemeinden, ihre oft etliche Kilometer entfernten Schulen regelmässig zu besuchen. Das schweizerisch-lettische Projekt schliesst nun diese Versorgungslücke.
Experten bestätigen korrektes Ausschreibungs- und Vergabeverfahren
Alle 59 Gemeinden, welche Schulbusse erhalten haben, haben sich dazu verpflichtet, den Unterhalt der Transportmittel zu bestreiten und ausgebildete Chauffeure zu stellen. Je nach Bedarf kommen drei verschiedene Schulbustypen zum Einsatz, welche mit je 19, 27 oder 40 Passagiersitzen ausgerüstet sind.
Das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, welches von den schweizerischen Stellen sorgfältig geprüft und beobachtet wurde, ist ein zentrales Anliegen der Schweiz im Rahmen der Vergabeplanung der Mittel aus dem Erweiterungsbeitrag. Zu diesem Zweck wurde auch die Beschaffungsabteilung der Postauto AG in beratender Funktion beigezogen.
Finanzierung eines weiteren Projektes durch eingesparte Mittel
Durch die ausgezeichnete Verwaltung des Projektes auf lettischer Seite konnten über zwei Millionen Schweizer Franken eingespart werden. Dies ermöglichte die Finanzierung eines weiteren Projektes zum verbesserten Brandschutz an 138 öffentlichen Schulen in ganz Lettland
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Das Projekt in Kürze Thema Regionalentwicklung Land Lettland Ausgangslage / Hintergrundinformation Massive Einsparungen im Staatshaushalt Lettlands führten zur Schliessung von kleineren Schulen in abgelegenen Gebieten und zur Stilllegung von Teilstrecken des öffentlichen Verkehrs. Für Schülerinnen und Schüler aus abgelegenen Regionen war es dadurch nicht mehr möglich, die Schule regelmässig zu besuchen. Zweck Projektziel war es, die Schultransporte in ländlichen und benachteiligten Gebieten in nachhaltiger Weise zu verbessern. Das Projekt ermöglicht jährlich 9'000 Schulkindern einen verbesserten Zugang zu Bildung und einen sichereren Schulweg. Aktivitäten Bedürfnisgerechte Beschaffung von 110 Schulbussen für 59 Gemeinden und Sicherstellung des verbesserten Schultransportsystems durch die Anwendung nachhaltiger Konzepte in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Zielgruppen Familien mit Schulkindern in ländlichen Regionen Kosten Gesamtprojektbudget: CHF 17‘800'000 Höhe des Schweizer Beitrags: CHF 13'800'000 Verantwortung für die Projektumsetzung Staatliche Lettische Regionalentwicklungsbehörde Dauer 2009 - 2010 |
Weiterführende Informationen und Dokumente
Dokumente- Jahresbericht 2011 SECO/DEZA zum Schweizer Erweiterungsbeitrag (Print Version)
Download (PDF, 6829 KB) : [de] [en] [fr] [it]
Interne Links
Externe Links
- Ministerium für Umweltschutz und Regionalentwicklung
http://www.varam.gov.lv/eng/ - Lettisches Transportministerium
http://www.sam.gov.lv/satmin/content/?cat=134 - Staatliche Lettlische Regionalentwicklungsbehörde
http://www.vraa.gov.lv/en/swiss/
Artikel und Pressemitteilungen

Seit über einem Jahr verkehren in den Strassen von Tukums drei
orange Busse. Die Gemeindebezirke Seme-Zentene, Tume-Degole und Pure-Jaunsati haben im Rahmen des Kooperationsprogramms Schweiz-Lettland neue Schulbusse erhalten.